I Want You For US Comics (5) [Ghostbusters Vol. 4 & 5]

Nach ziemlich langer Zeit geht es heute mal wieder mit ein paar US-Comics weiter. Und zwar habe ich mir die vierte und fünfte Ausgabe der Ghostbusters-Serie von IDW vorgenommen, die es nach wie vor leider nicht auf Deutsch gibt, obwohl die Reihe wirklich sehr gut ist. Aber ich schweife ab …

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I Want You For US Comics (4) [Hawkeye Nr. 2, Teenage Mutant Ninja Turtles Annual 2012]

Lang, Lang ist es her, dass cih hier in dieser Rubrik etwas geschrieben habe. Mindestens genauso lang ist es her, dass ich ein US-Comic gelesen habe. 😀 Aber irgendwann geht halt alles irgendwie weiter. Und in diesem Fall, wäre dies der zweite Hawkeye Band und das 2012er Annual zur aktuellen Teenage Mutant Ninja Turtles Comicserie von IDW. Und schon geht es los …

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I Want You For US Comics (3) (Teenage Mutant Ninja Turtles Micro Series Vol. 2 & Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 4)

Diesmal gibt es wieder eine Packung Turtles, mit dem zweiten Microseries Heroes Band und dem vierten Band der Ongoing …

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I Want You For US Comics (2)

Das letzte Mal hatte ich das erste Trade der neuen Hawkeye-Serie, sowie den dritten Band der IDW-Turtles Ongoing-Serie reviewt. Da in dem dritten Band direkt Bezug auf den ersten Band der Turtles Micro-Series genommen wurde, habe ich mir diese beiden Trades auch noch zugelegt, und werde diese vor dem vierten Band der fortlaufenden Serie einschieben. Und zusätzlich gibt es diesmal noch das dritte Trade der Ghostbuster-Reihe von IDW …

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Ghostbusters Volume 3: Haunted America [IDW, November 2012]

Ray, Egon, Peter und Winston sind gemeinsam auf dem Weg, quer durch Amerika, um sich verschiedenen, paranormalen Phänomenen anzunehmen. Sie reisen nach Detroit, wo ein Geistergeneral eine Horde von Soldaten um sich gescharrt hat, und eine neue Armee aufzubauen versucht. Doch die Geisterjäger das Problem lösen. Danach geht es nach New Orleans, wo eine Voodoo-Priesterin die Hilfe der Geisterjäger benötigt, um die eigene Tochter, oder besser deren rachsüchtigen Geist zu beruhigen. Auch hier sind die Vier siegreich. Als Nächstes stehen mysteriöse Geisteraliens in Roswell an, die Angst und Schrecken verbreiten. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich hier um keine Aliens handelt. Zuletzt verschlägt es das Team nach Seattle. Dort treibt ein Musiker sein Unwesen, der bei einem Konzert buchstäblich in Flammen aufging und nun sein letztes Stück noch zu Ende spielen will. Leider zulasten der noch lebenden Bewohner.
Und es gibt noch eine Bonusgeschichte, in der ein junges Mädchen bei einem Unfall auf der Landstraße stirbt. Ihr Geist jedoch kommt nicht zur Ruhe. Bis sie auf Peter Venkman trifft und dieser anders als sonst, dem Mädchen Frieden schenkt.

Erik Burnham zeigt diesmal, dass er auch losgelöste Geschichten schreiben kann. Aber so richtig scheint das nicht zu funktionieren. Die Stories an sich sind zwar in Ordnung und auch durchaus kurzweilig, aber als Gesamtband, funktioniert es nicht wirklich. Es wirkt zu sehr gekünstelt, die Geschichten aneinanderzureihen und dies geht zulasten des ohnehin schon kaum spürbaren roten Fadens. Die Handlung springt von Episode zu Episode oder Kapitel zu Kapitel. Eigenständig sind sie durchaus gelungen. Gerade das Abenteuer mit der Voodoo-Priesterin und dem Musiker gefallen mir sehr gut. Aber alle vier zusammen sind nichts gegen die Bonusgeschichte „Who killed Laura Parr?“ Denn diese Story ist gerade wegen der Ähnlichkeit zu Richard Matthesons „Duell“ mein heimlicher Favorit. Sie ist spannend, dramatisch und vor allem eines. Extrem faszinierend.
Während der Großteil des Bandes von Dan Schoening illustriert und von Luis Antonio Delgado koloriert wurde, ist die Bonusstory von Tristan Jones erdacht und gezeichnet worden. Auch hier durfte Delgado seine Farbkünste zeigen. Während sich die Zeichnungen von Dan Schoening im Haupt-Arc sehr gut machen und auch das notwendige Feeling vermitteln, welches bereits die ersten beiden Trades ausmachte, blüht auch Tristan Jones skizzenhaftes Artwork richtig auf. Die Zeichnungen sind zwar dunkler und weniger aus einer Animationsserie, wie es im Hauptteil der Fall ist, sondern „erwachsener“ und passt auch sehr gut zu der mysteriösen und spannenden Geschichte.

FAZIT:

Insgesamt kann mich aber trotz der guten Zeichnungen die USA-Reisegeschichte der Hauptserie nicht wirklich überzeugen. Und so richtig retten kann es die Bonusgeschichte auch nicht. Dennoch werde ich den nächsten, vierten Band noch lesen und danach schaue ich mir an, wie es sich mit dem neuen Ghostbusters-Team verhält.

Teenage Mutant Ninja Turtles: Micro-Series Volume 1 [IDW, Juni 2012]

Die Turtles sind zwar Brüder und auch ein Ninja Team, aber dennoch hat jeder auch eigene Erfahrungen machen müssen, welche ihn geformt haben. Raphael zieht jede Mittwoch-Nacht mit seinem Kumpel Casey Jones, um die Häuser um Verbrechen zu verhindern. Dabei lernen sie einen anderen Mutanten, Alopex eine weiße Fuchshündin, kennen. Ist sie Freund, oder ist sie Feind? Das muss Raphael erst noch herausfinden. Währenddessen erlebt Michelangelo ein Abenteuer der anderen Art. Die Lehren seiner Brüder nerven ihn tierisch, aber als er kurz darauf bei einem Kostümfest in einen mysteriösen Edelsteindiebstahl verwickelt wird, ist er froh die Tipps seiner Brüder zu haben. Donatello lernt unterdessen seinen Internetforengegner persönlich kennen, während er sich auf einer Erfindermesse informieren will. Doch nicht nur Donnie scheint auf diesen Man, der als Kirbyfan_01 im Netz unterwegs ist, schlecht zu sprechen zu sein. Auch Baxter Stockman hat ein gewisses Interesse an diesem geheimnisvollen Wissenschaftler. Und auch Leonardo hat keine einfache Nacht hinter sich, als er auf einer Baustelle an eine ganze Horde von Foot Soldiers gerät. Zwar kann er sich eine Weile wehren, aber als weiterer, kräftigerer Kämpfer auftaucht, muss sich Leo seine Niederlage eingestehen. Auch wenn sein Gegner sich ob Leos Kampfkünste eher „unbeeindruckt“ zeigt …

Da dieser Band nicht ganz unwichtige Infos zur Hauptserie enthält, war spätestens nach der Lektüre des dritten Bandes der fortlaufenden Serie klar, dass ich ihn mir holen müsste. Und ich bereue es nicht. Egal welches der Abenteuer man nimmt, alle vier wurden von Bryan Lynch geschrieben, sie machen alle vier ein Riesenspaß. So verschieden, wie die vier Schildkrötenbrüder sind, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Abenteuer. Jedes ist inhaltlich ideal auf den Hauptprotagonisten zugeschnitten und auch der Humor kommt bei keinem der Abenteuer zu kurz. Langjährige Kenner der Turtles werden auch einige Bekannte wiederfinden. So tauchen im Abenteuer von Raphael zwei Punker auf, die vor allem durch die erste TV-Serie einigen bekannt sein dürften. Auch wenn sie hier noch keine tierische Mutation hinter sich haben. Die Rede ist von Rocksteady und Bebop, Shredders bekloppte Helfer, die ursprünglich eigens für die TV-Serie erdacht wurden.
Auch visuell kann die Ausgabe auf voller Linie überzeugen. Jede Geschichte wurde von einem anderen Künstler umgesetzt. Egal ob der nun leider schon verstorbene Franco Urru an Raphael, Andy Kuhn an Michelangelo, Valerio Schiti an Donatello oder Ross Campbell an Leonardo. Jeder Zeichner interpretiert seinen Helden ein wenig anders und dennoch so, dass man die Gemeinsamkeiten leicht erkennt. Für mich persönlich ist es sehr schwer einen Favoriten zu finden, da jedes der Artworks seine Vor- und Nachteile hat, aber insgesamt hat mir Ross Campbell an Leonardo doch ein klein wenig besser gefallen, als es die anderen Künstler. Aber es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und eigentlich gefallen mir persönlich alle sehr gut.

FAZIT:

Grandios, geniale Sammlung an Einzelabenteuern, die eine Bereicherung zur Hauptserie darstellt. Auch wenn die Geschichten nicht wirklich zwingend notwendig sind, um der Haupthandlung zu folgen, so wäre es schon schade diese Geschichten zu verpassen. Den zweiten Band der Micro-Series habe ich auch schon hier vorliegen und den nehme ich mir auch noch vor dem vierten Band vor. Hoffentlich fallen die ebenso gut aus.

I Want You For US Comics – Digi Special (1)

In diesem kleinen Spin-Off zur I Want You For US Comics-Rubrik widme ich mich den amerikanischen Digi-Comics, wie sie über Comixology oder direkt bei Marvel, DC usw. zu beziehen sind …

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Ten GrandTen Grand #1 [Image, Mai 2013]

Joe Fitzgerald ist nicht nur ein Mann mit eigenen großen Problemen, sondern auch jemand der Probleme für andere löst. Wenn das Geld stimmt. Als jedoch eines Tages eine junge Dame auf ihn zukommt und ihn bittet ihre verschwundene Schwester wiederzufinden ändert dies Einiges. Nicht nur, dass er diesen Job ohne Bezahlung annimmt, er hat auch noch persönliche Gründe diesen Fall aufzuklären. Denn offenbar hatte das verschwundene Mädchen Kontakt zu einem Mann, dem Joe bereits vor zwei Jahren eine Kugel in den Kopf gejagt hat. Um dieses Rätsel zu lösen, begibt sich Joe in einen Stripclub, um dort mit einem Engel Kontakt aufzunehmen …

J. Michael Straczynski ist zurück und er hat eine mysteriöse, spannende, faszinierende und dennoch irgendwie verquere Geschichte im Gepäck. Dabei verlässt sich JMS nicht nur auf das typische Spiel von Gut gegen Böse, sondern präsentiert auch Figuren, die einen sofort in den Bann ziehen. Welche Geheimnisse hat Joe und wie wurde er zu dem Mann, der er heute ist. Straczynski legt gleich in dieser ersten Ausgabe ziemlich heftig los, und wirft den Leser in die dramatischen Ereignisse. Ganz ohne Hilfe, nur durch gelegentliche Rückblicke wird der Leser aufgefordert, sich alleine zurechtzufinden.
Für das Artwork ist Ben Templesmith verantwortlich, der mit seinem durchaus schrägen Stil sehr gut zur Story passt. Templesmith der auch für die Koloration verantwortlich ist, verzichtet fast gänzlich darauf die Figuren farblich von den Hintergründen zu trennen. Vielmehr ist es so, dass die Figuren durchsichtig erscheinen. In einigen Panels wirkt es sogar so, als hätte der Zeichner seine Darsteller einfach nur auf ein altes, vergilbtes Blatt Papier gekritzelt. Dieser Stil ist verschroben, aber ideal um die Story zu repräsentieren und fasziniert, zumindest mich persönlich, bereits von der ersten Seite an.

FAZIT:

Ten Grand ist ein durchaus faszinierender Titel, der mich, wie man so schön sagen könnte, aber noch nicht ganz bei den Eiern gepackt hat. Irgendetwas fehlt noch. Die Figuren sind interessant, die Storyansätze gelungen, aber dennoch kann es noch nicht hundertprozentig überzeugen. Aber immerhin schon genug, dass ich mir die zweite Ausgabe bei Gelegenheit ansehen werde, und eventuell wird ja sogar das Trade gekauft, wenn denn eines erscheint. Aber bis dahin werden wohl noch einige Seiten durch die Druckmaschine gejagt werden.

ASM 1Adventures of Superman #1 [DC, April 2013]

Ein geistig verwirrter junger Mann läuft mitten in Metropolis Amok und richtet Verwüstungen an. Doch etwas stimmt nicht. Der Mann, der auf den Namen Leon Torsik hört, hat Superkräfte. Bisher war er nur als Kleinkrimineller auffällig geworden und hatte keinerlei Anzeichen für irgendwelche Kräfte gezeigt. Doch jetzt liegt es an Superman, ihn aufzuhalten, immerhin droht ein gesamter Block durch austretendes Gas in die Luft zu fliegen …

Ich bin ja ganz ehrlich kein Fan von Superman. Zu oft war mir die Figur zu glatt, zu einfallslos und in ihrem Handeln zu perfekt. Keine Überraschungen und die Autoren trauten sich viel zu wenig, mit der Figur zu experimentieren. Dann kam Adventures of Superman und alle in meinem Comicumkreis mit US-Erfahrungen schwärmten von der Serie. Also warum dem Rot/Blauen Superhelden keine neue Chance geben?
Und bis jetzt bereue ich es nicht. Matt Parker und Chris Samnee liefern eine tolle und unterhaltsame Geschichte ab, in der Superman nicht seine typische Rolle ablieferte. Hier sieht man Superman auch verletzlich und überrascht und mit persönlich gefällt dies sehr gut. Dies liegt aber auch an den gelungenen Zeichnungen von Chris Samnee. Sein Animated-Style tut dem angestaubten Image sehr gut, ohne dabei den Stil der Animationsserien von Batman und Superman aus den 90er Jahren zu kopieren.

FAZIT:

Ein gelungener Einstand, der auch mich überzeugen konnte. Und das will etwas heißen. Immerhin gab es bisher nur eine Handvoll Geschichten mit dem Stählernen, die mich überzeugen konnte. Aber mit dieser Serie, oder wenigstens dieser Ausgabe, ist ein guter Start gemacht, um mich vielleicht doch noch Superman näher zu bringen. Zumindest wenn die Qualität so bleibt.

ASM 2Adventures of Superman #2 [DC, Mai 2013]

Zwei Kinder spielen in einer alten Bretterhütte und teilen sich dabei die Rollen. Während einer Superman ist, soll der andere einen Feind von Superman mimen. Zu Beginn macht es beiden auch riesigen Spaß als Superman und Brainiac in der Festung der Einsamkeit gegeneinander um die Flaschenstadt Kandor zu kämpfen, aber dann wird es langweilig. Also beginnt „Brainiac“ andere Rollen einzunehmen und will so seinen Freund „Superman“ bezwingen. Doch die beiden sind nicht alleine …

Für dieses Abenteuer wurde Jeff Lemire gebeten, ein Abenteuer mit dem Stählernen zu verfassen. Und statt sich dem einfachen Superman zu bedienen, konstruiert Lemire ein Abenteuer um dessen Mythos. Seine Unverletzlichkeit, seine Superkräfte und seine Überlegenheit werden zum Streitthema zwischen den beiden Kids. Damit schafft es auch Lemire dem Mann aus Stahl eine weitere Facette hinzuzufügen, die zwar nicht neu, aber aus diesem Blickwinkel dennoch erfrischend anders ist.
Die großartigen und markanten Zeichnungen von Lemire tragen einen nicht unerheblichen dazu bei, dass diese Story so außergewöhnlich wirkt. Man kann über Lemire sagen was, was man will. Ob man ihn nun mag, oder nicht. Sein Artwork ist einfach überall von anderen zu unterscheiden und einzigartig.

FAZIT:

Lemire präsentiert eine Superman-Story ohne Superman und mit Superman. Eine Geschichte, die frisch und anders ist, und dennoch soviel von dem bekannten Superman-Mythos enthält, dass man sich sofort zurechtfindet. Damit überrascht Lemire den Leser und vor allem findet fast jeder Comicleser sich in einem der beiden Jungs wieder, und wird so an seine Jugend erinnert.

ASM 3Adventures of Superman #3 [DC, Mai 2013]

Bizarro stiftet Chaos und Leid. Erst rettet er ein Kind, dann versucht er es in den Wassermassen eines Löschturmes zu ersäufen. Doch Superman kann dies verhindern. Danach versucht Bizarro einen armen Farmer zu verletzen, indem er in mit Getreide zu bombardieren versucht. Aber auch hier kann Superman eingreifen. Das gefällt Bizarro natürlich überhaupt nicht. Er will lieber Menschen verletzen und hasst es, dass Superman im Helfen will. Also muss Superman versuchen ihn zu überlisten, damit er nicht weiter Menschenleben in Gefahr bringt …

Während mich persönlich die Story von Justin Jordan nicht so wirklich überzeugen kann, was vor allem an dem typischen Superman-Verhalten und der Zurschaustellung seiner Überlegenheit liegt, faszinieren mich die Zeichnungen von Riley Rossmo umso mehr. Sein Artwork ist frech, detailverliebt, verspielt und hat ein wenig Ähnlichkeit mit dem von mir sehr verehrten Skottie Young. Dennoch wirken seine Zeichnungen nicht kindisch. Vielmehr haben sie eine Niedlichkeit, aber ohne die Ernsthaftigkeit der Story anzukratzen.

FAZIT:

Inhaltlich nicht so überragend, dafür visuell ein echter Hingucker. Wenn Rossmo des öfteren Superman zeichnen sollte, würde ich sogar regelmäßiger reinlesen. Da machen auch eher seichte und langweilige Storys so richtig Spaß. Dieser Mann könnte es wirklich schaffen, dass mir Superman gefällt.

I Want You For US Comics (1)

In dieser kleinen neuen Rubrik sammeln sich zukünftig alle Kurzreviews zu US-Comics, die ich im Original, sprich englisch, lese. Das sind zwar nicht allzu viele, aber dennoch haben sie sich eine eigene Rubrik verdient.

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Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 3: Shadows of the Past [IDW, Oktober 2012]

Old Hob hat Splinter entführt und April ist einem Nervenzusammenbruch nahe, als sie erfährt, wer die vier Schildkröten, die vor ihr stehen, wirklich sind. Dennoch lassen sich die Brüder, April und auch Casey Jones nicht unterkriegen und machen sich auf die Suche nach Meister Splinter. Was sie jedoch nicht wissen, ist das auch Old Hob nicht mehr im Besitz ihres Vaters ist. Stattdessen hat sich der Foot Clan und Karai den Meister der Turtles unter den Nagel gerissen. Und dieser sieht sich in der Zwischenzeit mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Ihm gegenüber steht ein gewisser Shredder, und unter dessen Maske steckt niemand Geringeres als Hamato Yoshis, alias Splinter, alter Feind, Oroku Saki. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt …

Nachdem die Turtles im letzten Band von ihrer Vergangenheit erfahren haben, und dass sie die Reinkarnationen von Hamato Yoshis Söhnen sind, müssen sie nun ihren Vater aus den Klauen ihres damaligen Mörders befreien. Dabei setzen Kevin Eastman und Tom Waltz sowohl bekannte Elemente als auch viel frischen Wind ein, um die Geschichte spannend zu erzählen. Hinzu kommt ein Nebenstrang der Handlung, in dem sich die Turtles eine neue Bleibe suchen müssen und auch neue Freunde finden. Auch hier gibt es wieder Parallelen zu der klassischen Comicserie. Wie auch damals schon kommen die Turtles im alten Geschäft von Aprils Vater unter. Dies weckt Erinnerungen. Dem gegenüber stehen die neuen Freunde, die Purple Dragons. Diese hatten zwar auch bereits einen Auftritt in der ersten Ausgabe der ersten Turtles Comicserie, aber so richtig bekannt wurden sie erst in der Animationsserie die 2003 startete, und natürlich auch durch die aktuelle Serie auf Nickelodeon.
Auch ein wenig umgewöhnen muss man sich bei dem Artwork von Dan Duncan. Seine Turtles sehen inzwischen ein wenig deformiert aus. Die Köpfe seltsam nach oben gezogen, mit hoher Stirn. Das ist im ersten Moment schon ein wenig ungewohnt. Da sich aber ab der nächsten Ausgabe sowieso ein Zeichnerwechsel ankündigt, ist es nicht mehr so wichtig. Und so gravierend anders sehen die Turtles auch nicht aus. Dafür bleibt sein Artwork extrem dynamisch und voller Energie, was aber auch mit an der Koloration von Ronda Pattison liegt.

FAZIT:

Auch der dritte Band der neuen Ongoing von IDW macht wieder sehr viel Spaß und lädt gerade für ältere Turtles-Fans zum Verweilen ein. Immer wieder gibt es Dinge zu entdecken, die einem bekannt sind, oder aber wenigstens bekannt vorkommen. Dass sich Waltz und Eastman hier sowohl bei den Comics, der TV-Serie und den Kinofilmen bedienen, erfreut mich persönlich um so mehr. Zusammen mit dem immer noch sehr guten Artwork von Dan Duncan gibt es Turtles-Action satt.

Hawkeye Vol. 1: My Life as a Weapon [Marvel, Oktober 2012]

Clint Barton, alias Hawkeye, ist ein Avenger. Auch wenn er weder über Superkräfte, Selbstheilungsfaktoren oder sonstige besondere körperliche Fähigkeiten verfügt. Er ist nur ein Bogenschütze, ein normaler Mensch, mit alltäglichen Problemen und Verletzungen. Und so kommt er auch in allerlei gefährliche Situationen. Situationen, die ihn schnell ins Krankenhaus befördern. Doch Clint lässt sich nicht unterkriegen und versucht trotzdem immer Gutes zu tun. Dabei hilft er seinen Nachbarn, einer fremden, jungen Dame, von der er das Auto abkaufen will, und auch Kate Bishop, der Dame die als Hawkeye auftrat, während Clint tot war und dann seine Superheldenrolle als Ronin verkörperte. Aber auch für SHIELD muss Clint tätig werden, nachdem dort durch einen Maulwurf, ein kompromittierendes Video verschwunden ist, das kurz darauf in Madripoor bei einer Auktion auftaucht.

Hawkeye ist ein typischer Superheldentitel von Marvel. Oder eben auch nicht. Denn anders, als in anderen Mainstreamtiteln aus dem Haus der Ideen, passiert hier irgendwie nichts genau so wie der Leser es erwartet. Weder ist die Story normal, noch das Artwork. Alles zielt darauf ab, anders zu sein. Und es kommt, nicht nur bei mir, sehr gut an. Matt Fraction definiert Clint Barton und sein Umfeld nicht neu, aber er macht es interessant. War Hawkeye bisher eher ein Sprücheklopfer und Frauenheld, so ist er jetzt ein Sprücheklopfer und Frauenheld mit Problemen und viel Herz. Hawkeye wurde durch sein Umfeld, seine Verletzbarkeit und seine neuen Freunde, allen voran Kate und Pizzadog wieder interessant.
Tatkräftig unterstützt wird Fraction hierbei von David Aja und Javier Pulido, die in diesem band für die Zeichnungen verantwortlich sind und Matt Hollingsworth, der die Koloration übernimmt. Denn ähnlich, wie Fraction als Autor ein wenig experimentiert, so nutzt auch Aja sein Talent um Hawkeye ein frisches und anderes, genaugenommen unkonventionelles Aussehen zu verleihen. Aja spielt mit seiner Panelaufteilung, den Blickwinkeln und den Schattierungen. So schafft er es, mich als Leser, immer wieder neu zu überraschen.

FAZIT:

Der neue Hawkeye, und seine Serie von Fraction und Aja, treffen genau meinen Nerv. Sie ist frisch, anders und dennoch irgendwie vertraut. Kein Wunder also, dass Hawkeye bereits bei Lesern und Kritikern gleichermaßen beliebt ist. Schade nur, dass die Serie wohl hier in Deutschland eher schlechtere Chancen hat. Aber warten wir einmal ab. Das gleiche hatte ich vor geraumer Zeit auch schon einmal zur Turtles Comicserie von IDW gesagt.