Horrorschocker Nr. 49 [Weissblech Verlag, März 2018]

Habe ich bereits Ausgabe 48 sehr stark gelobt, so geht es mit der nächsten Ausgabe der Horrorschocker Reihe genauso weiter. Im Grunde macht der Leser für 3,90 Euro nie einen Fehlkauf. Natürlich gibt es mal die eine oder die andere Geschichte, welche dem Leser nicht so zusagt, oder welche einfach heraussticht und alle weiteren Geschichten eines Heftes in den Schatten stellen. Seit Jahren jedoch bleibt eines gleich, eine Qualität, die  zeichnerisch und erzählerisch den Leser auf hervorragendem Niveau zu unterhalten weiß! Das macht Horrorschocker aus, man kann sich einfach darauf verlassen, keinen Fehlkauf zu machen! 3,90 Euro sind im Comicbereich nicht die Welt und diese Ausgabe bringt dem Leser das Studentenleben, eine Schafherde und eine Blutnymphe auf unterhaltsame und gruselige Art näher …
Viel Spaß mit Horrorschocker 49.

Horrorschocker Nr. 49

Das Cover ziert den Titel die Herde des Horrors. Mit dieser (Schaf) Story startet das Heft, zuvor jedoch noch auf blutunterlaufenem Orange wie üblich ein kleiner Hinweis des Fährmanns, der auf dem Fluss der Unterwelt Phlegethon nicht allen Seelen helfen kann. Eine Legende von Deutschlands Küsten berichtet über die Schafherde des Horrors. Wer war noch nie an der Nordsee oder am Wattenmeer? Eine touristisch schöne ruhige Gegend, wo Schafe an den Deichen grasen. Hans B. ist einer dieser netten Deich Schäfer. Sein Schäfer Kollege jedoch hätte gerne die Deichwiesen von Hans B. Dieser jedoch liebt seinen Job so sehr, dass er die Deichwiesen seinem Kollegen nicht verkaufen will. So kommt es, wie es kommen muss, der Herr Kollege schmiedet einen finsteren Plan. Dabei spielt ein Unwetter und etwas Schnaps eine entscheidende Rolle. Doch der Herr Kollege hat nicht damit gerechnet, dass Schafe nicht vergessen …
Eine schöne schaurige Geschichte, die den Leser umgehend an die Nordsee katapultiert. Der Leser spürt förmlich das Unwetter, die frische Deichluft, das ruhige Nordsee Flair. So ging es mir zumindest, ich fühlte mich umgehend an die Nordsee und die Deiche versetzt. Der Leser beginnt sehr schnell, Hans B. als einen sympathischen Schafhirten einzustufen und leidet mit ihm. Wie die Schafe bei dem nahenden Unwetter ängstlich schauen, das ist zeichnerisch sehr gut eingefangen, denn dem Leser ist klar, dass die Schafe diese Situation nicht überleben werden. Man schaue den Schafen auf Seite fünf nur in die Augen und man erahnt das schreckliche Unglück, welches folgt. So hofft der Leser insgeheim auf Rache an dem Herrn Kollegen und siehe da, die Schafherde vergisst nicht …
Zeichnerisch und erzählerisch eine sehr gelungene Story, welche es schafft, Emotionen für Schafe und den sympathischen alten Schafhirten Herrn Hans B. aufkommen zu lassen.

Die Schafherde des Grauens ...

Die Schafherde des Grauens …

Die zweite Geschichte hat mich etwas erschreckt, sieht der Leser doch direkt auf der ersten Seite am unteren Rand blutüberströmte Beine einer Frau.
Damit habe ich nicht gerechnet, dass in einer Horrorschocker Story irgendwie Blut strömt, läuft und fließt. Zwar spritzt das Blut nicht wie verrückt, doch es ist ungewohnt, denn so habe ich eine Horrorschocker Story noch nicht gesehen, bzw. darauf war ich irgendwie nicht vorbereitet. Der Titel im Bann der Blutnymphe passt dann aber wieder zur Story. Eigentlich wollten die Jungs nur zocken in der Bude und sich Pizza bestellen, doch irgendwie ist aus dem Keller die Blutnymphe aus ihrem Käfig entkommen. Das es familiäre Zusammenhänge zu geben scheint, erfährt der Leser während dieser kleinen kruden Story. So ist die Story etwas merkwürdig, aber zugleich auch wieder richtig cool, denn die Kumpels glauben einfach nicht, dass die Blutnymphe echt ist. Zuerst glauben sie einfach, dass es ein schlechter Scherz sei. So metzelt die Blutnymphe alles nieder, was Blut im Körper hat. Natürlich ist dies längst nicht so krass dargestellt wie zum Beispiel bei Crossed Comics, aber irgendwie habe ich mit dem gruseligen Gesicht der Blutnymphe, dem Blut an sich und der kruden und merkwürdigen aber zugleich genialen Story einfach nicht gerechnet. Dies ist eine kurze Geschichte auf sieben Seiten, die den Leser durchaus etwas verwirrt aber zufrieden weiterblättern lässt. Nach der ersten Story an der Nordsee zerstört die Blutnymphe das eventuell ruhigere Flair des Comics gewaltig. Die Atmosphäre der Nordsee und den Schafen wird umgehend gekippt 😉 Vielleicht ist es dieser Kontrast, der mich etwas verwirrt hat beim Lesen.

Die Blutnymphe ist gefährlich ...

Die Blutnymphe ist gefährlich …

Die dritte Geschichte dreht sich um das Studentenleben. Ich habe selber studiert und in einer WG gewohnt. Das waren schon coole Zeiten. Party, feiern, studieren, einfach das Leben leben.
Mitbewohner kommen und gehen, genau wie in dieser Geschichte. Habt ihr schon mal was von Mietparasiten gehört? Diese Geschichte erklärt dem Leser, was ein Mietparasit so ausmacht …
Eine coole Story, umso mehr, wenn man selbst mal Student und Mitbewohner einer WG gewesen ist. Man schaut den neuen Mitbewohnern nur vor den Kopf, doch wer sind sie wirklich? Eine tolle Geschichte aus der Studentenzeit. Eine kurzweilig amüsante Story, die definitiv Lust auf mehr macht.
Bei allen Geschichten sind die Zeichnungen und die Farben in bester Horrorschocker Weissblech Manier. Ich kann hier keine negative Kritik üben, denn die Zeichnungen sind so, wie man sie von Horrorschocker Geschichten her kennt.
Am Ende des Heftes gibt es neben verlagseigener Werbung Leserbriefe und letzte Worte von Levin Kurio. Es ist sehr schön zu sehen, dass sich auch weiterhin die Leserbriefe in Papierform etablieren und nicht nur in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Comicforum Diskussionen entstehen. So lebt neben dem digitalen Zeitalter das Papier weiter …

Wer wird der neue Mitbewohner sein?

Wer wird der neue Mitbewohner sein?

Wie gesagt, kauft euch diese Nummer, denn bald gibt es ab Mai 2018 wohl die fünfzigste extra dicke Jubiläumsausgabe zu erwerben.

  • Die Herde des Horrors
  • Im Bann der Blutnymphe
  • Mitbewohner Miki

Geschichten: Levin Kurio, Marte Kurio, The LEP, Till Mantel, Florian Meusel
Cover: Levin Kurio
Innencover: Andreas Butzbach

Shoplink

Horrorschocker Nr. 49

Copyright aller verwendeten Bilder © 2018 by Weissblech Verlag

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