Spider-Man & The Avengers (47) [Spider-Man Nr. 32 & Secret Wars-Sonderband Nr. 1]

Das heutige Review präsentiert neben dem ersten Tie-In innerhalb der Spider-Man Heftserie, welches Bezug auf Dan Slotts „Spider-Island“-Storybogen nimmt, auch den ersten Secret Wars-Sonderband, der das erst kürzlich zurückliegende Spider-Verse-Event als Grundlage hat. Weiter geht es dann nächsten Freitag im Ma-Co-Re-Mix mit der dritten Secret Wars-Ausgabe der Hauptserie und dem Einzelband „Ultimate End“ …

Spider-Man Avengers

Spider-Man Nr. 32 [März 2016]

Autor: Christos Gage
Zeichner: Paco Diaz
Format: Heft
Umfang: 60 Seiten
Inhalt: Spider-Island (2015) 1-2
Verlag: Panini Comics
Preis: 4,99 Euro

Manhattan steht unter der Kontrolle der Spider-Queen und viele der Bewohner und Superhelden wurden bereits zu Dienern der Spider-Queen mutiert. Spider-Man, alias Peter Parker, gilt als tot und in der ehemaligen geheimen S.H.I.E.L.D.-Basis haben sich Agent Venom, Vision, Spider-Woman und andere verschanzt, um sich gegen die Spider-Queen zur Wehr zu setzen. Die einzige Chance, die das Team hat, ist die DNA-der Spinnenkönigin, mit denen sie ihre Diener „programmiert“ hat, mit neuen „Daten“ zu überschreiben. Deshalb sucht Agent Venom Hilfsmittel, wie Dr. Connors Echsenserum, den Gottstein der John Jameson zu Man-Wolf machte und das Serum, das aus Morbius einen Vampir machte. Aber ist dies wirklich eine Lösung, oder verschlimmert dies alles nur?

Okay, eines vorweg. Christos Gage ist nicht gerade bekannt für tief greifende und komplexe Geschichten, sondern eher für seichte und actionreiche Unterhaltung. Das ist im Grunde auch nichts Schlechtes, vor allem, wenn man dies weiß und sich dementsprechend darauf vorbereiten kann, aber gerade bei einer Storyline, wie Spider-Island denke ich, dass es nur ein Verlust sein kann. Ja, klar, auch Slotts Handlungsbogen war kein Meisterwerk, hatte aber mit einigen Kniffen und Überraschungen aufwarten können, die ich hier in den ersten beiden Kapiteln schon vermisse. Alles ist zu linear und durchschaubar, sodass nur wenig Spannung aufkommt.
Ähnlich verhält es sich mit Paco Diaz Zeichnungen, die gegen die Vorlage von Humberto Ramos, von dem ich nach wie vor ein großer Verehrer bin, nur verlieren können. Es ist zwar nicht so, dass seine Zeichnungen schlecht wären, aber wenn man das Original kennt, weiß, worauf sich das alles bezieht, auch die mutierten Bewohner und Helden, wirkt dies teilweise nur unfreiwillig komisch anstatt Furcht einflößend. Auch fehlt es Diaz‘ Zeichnungen an Dynamik und Leben, wodurch diese technisch zwar sauber, aber ohne jegliche Emotionen daherkommen, was man auch an den Gesichtern der Figuren ablesen kann.

Bisher ist dieser Storybogen nur mäßig interessant, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mir einfach mehr davon versprochen habe. Selbst unter der Voraussetzung, dass mit Christos Gage nur ein reiner Unterhaltungsautor als Schreiber an Bord ist, dachte ich, dass da mehr möglich wäre, als ein müder Abklatsch dessen, was Slott vorgelegt hat, zumal die Messlatte nicht allzu hoch lag.

Secret Wars Sonderband Nr. 1: Spider-Verse [März 2016]

Autor: Mike Costa
Zeichner: André Araújo, Steven Sanders
Format: Softcover
Umfang: 124 Seiten
Inhalt: Spider-Verse [II] (2015) 1-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro

Nachdem die letzten beiden Universen miteinander kollidierten und nun nur noch Battleworld existiert, auf der Gottkönig Doom regiert, gibt es trotzdem noch Helden, die sich mit ihrer aktuellen Situation nicht so rech abfinden können. Sie spüren, dass irgendetwas nicht stimmt, und erinnern sich an vermeintlich andere Leben, ohne es sich erklären zu können. Spider-Gwen, Spider-Ham, Spider-Man Noir, Spider-UK, Spider-Gril Anya Corazon und der indische Spider-Man Pavitr Prabhakar, die zuletzt gemeinsam in Spider-Verse miteinander gegen die Inheritors kämpften, finden sich nun erneut zusammen und sehen sich Problemen und Feinden gegenüber, die plötzlich auch Freunde sein könnten?

Der Anfang und die Idee hinter dieser Geschichte sind ja schon mal nicht schlecht. Doch ganz ehrlich, was außer den verschiedenen Spider-Men hat das mit Spider-Verse zu tun? Die Inheritors tauchen nicht auf und mit Norman Osborn und den Sinistren Sechs ist auch kein Gegner an Bord, der direkten Bezug zu Spider-Verse hätte. Ja, sicher, es ist schön die Spider-Truppe wieder in Aktion zu sehen und die Grundidee ist auch durchaus interessant, wie bereits erwähnt, aber ich habe wohl einfach etwas anderes erwartet unter diesem Titel. Findet man sich aber damit erst einmal ab, erwartet den Leser eine recht unterhaltsame Geschichte, die aber dennoch mit ein paar ganz schönen inhaltlichen Problemen und Logiklöchern zu kämpfen hat. Doch Mike Costa hatte bisher auch nicht wirklich viele komplexe Arbeiten abliefern müssen, sondern „glänzte“ meist mit einfacher Unterhaltung ohne größere Ansprüche, wie zum Beispiel bei „Spider-Man: In den Fängen des Oktopus“ oder dem „Scarlet Spiders“-Dreiteiler aus dem „Spider-Man: Spider-Verse-Sonderband Nr. 2“.
Optisch überrascht mich der Band zuerst ein wenig. Der Zeichenstil von André Araújo wirkt zunächst etwas unüblich und deplatziert, was durch einen gewissen Slapstickfaktor verstärkt wird. Und schon hatte ich mich nach kurzer Zeit an das Artwork gewöhnt und finde es nun sogar sehr ansprechend. Gerade weil Araújo es versteht, Emotionen in die Gesichter der Figuren zu zeichnen, sodass es leicht fällt, deren Gefühlslage zu interpretieren, auch ohne die Texte lesen zu müssen. Hinzu kommt, dass durch geschickt gewählte Blickwinkel und zur Situation passende Hilfsmittel die Dynamik massiv verstärkt wird, was wiederum den Lesefluss positiv beeinflusst.

Sieht man von der ersten Enttäuschung aufgrund nicht erfüllter Erwartungen ab, bekommt man als Leser einen kurzweiligen und gut aussehenden Band präsentiert, der mit den Fanlieblingen Spider-Gwen und Spider-Ham aufwarten kann.

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