Asterix Review Special (53): Asterix – Streit um Gallien (Playstation)

Tja, da schaut man sich so an, was man noch alles an Material für das monatliche Asterix Review Special hat und stellt fest, dass es ja gar nicht mehr so viel ist, und das das Meiste davon Videospiele sind. Ja, sicher, auch die können und sollten hier vorgestellt werden, aber sie haben auch einen großen Nachteil gegenüber einem Film oder Comicband. Denn während man diese anschaut oder liest, sollte ein Videospiel schon eine gewisse Zeit lang gespielt werden, damit man sich eine Meinung bilden kann. Je nach Spiel und plus das Schreiben, Recherchieren, Bilder machen, usw. gehen da gerne mal 6 bis 8 Wochen ins Land. Eine Zeit, in der ich wohlgemerkt auch noch andere Dinge erledige. Daher stellte ich mir die Frage, wie sinnvoll die Videospiel-Reviews letztendlich sind. Aktuell habe ich insgesamt noch 3 Alben, 4 Filme und 4 Videospiele, plus 4 Reviews, die ich außerhalb der Reviewspecials veröffentlicht habe, die ich aber trotzdem noch gerne hier integrieren würde. Oder kurz gesagt, ich habe noch Material für derzeit 15 Specials, wovon 4 bereits in anderer Form hier auf dem Blog veröffentlicht wurden und somit nur eine Neuveröffentlichung, im Rahmen der Specials darstellen würden.

Tja, dies sind Gedanken, die ich mir oft im Vorfeld mache und damit ich die noch ausstehenden Reviews, welche „Erstveröffentlichungen“ darstellen würden, zeitlich besser planen und durchführen kann, werde ich gelegentlich eine Review-Neuveröffentlichung der erwähnten 4 Reviews, jetzt dann im Rahmen der Review Specials einschieben, nur um mir einen kleinen Puffer zu geben. Ich hoffe, dass ihr mir das nicht übel nehmt. Zusätzlich hat es den Vorteil, dass diese Reviews dann auch hier gesammelt mit in der Übersicht erscheinen würden. Des Weiteren werde ich versuchen die neuen Bände, dann gleich im Rahmen dieser Specials einzuplanen, was durchaus dazu führen kann, dass ich dann eines der monatlichen Review Specials, wie dieses hier auch, mal verschieben muss. Nach vorne oder auch nach hinten. Das muss dann die jeweilige Situation entscheiden. Aber bevor ich mich jetzt hier um Kopf und Kragen schreibe, und mir durch diese lange Schwafelei vielleicht noch die letzten Leser abspringen, lege ich lieber mit dem heutigen Special los und dem Playstation-Spiel „Asterix – Streit um Gallien“:

Im Grunde könnte ich fast die Inhaltsangabe zum Gameboy-Spiel „Asterix & Obelix“ herauskramen, denn genaugenommen handelt es sich eigentlich um das gleiche Spiel. Nunja, nur fast. Während die Handlung zwar in beiden Fällen identisch ist, handelt es sich bei der Version für die Playstation, anders als die Gameboy-Fassung, nicht um ein reines Jump&Run-Abenteuer. Stattdessen gibt es ein rundenbasiertes Strategiespiel mit Minispielen und Jump&Run-Passagen. Erschienen ist das Spiel im Jahr 2000 für PC und Playstation und wurde entwickelt von Sourcery Development, was auch gleichzeitig die einzige Arbeit unter diesem Namen darstellt, da das Studio kurz darauf vom Entwickler Warthog übernommen wurde. Außerdem gibt es zwei Versionen. Eine Erstveröffentlichung und eine „Neue Version“, wobei ich aber leider nicht sagen kann, worin die Unterschiede dieser beiden Versionen bestehen. Zum einen bin ich nur im Besitz der neuen Version und zum anderen finde ich keine Infos zu den Beiden im Netz. „Asterix – Streit um Gallien“ gehörte zudem zur Infogrames Spielereihe „Die Comic-Star Collection“ welche neben diesem Spiel noch weitere Lizenzen, wie : „Bugs Bunny auf Zeitreise“, „Die Schlümpfe“ und „Lucky Luke“ beinhaltete und allesamt eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet war.

Asterix – Streit um Gallien
(Infogrames, 2000)

Miraculix braucht ein paar Zutaten für einen Zaubertrank. Also bittet er Asterix und Obelix ihm diese besorgen. Dummerweise sind sie nicht mal eben im Wald nebenan zu finden, sondern quer in ganz Gallien verstreut. So machen sich die beiden Gallier kurzerhand auf den Weg um die gesuchten 7 Zutaten aufzutreiben …

Das Gameplay:
Wie bereits in der Einleitung erklärt, handelt es sich bei diesem Spiel um einen Spielemix, der vorrangig von rundenbasierter Strategie dominiert wird. In jeder Runde erhält der Spieler einen Grundvorrat an Zaubertrank, der auf die eigenen Gebiete verteilt werden kann. Gestartet wird logischerweise im Dorf und von dort aus werden die umliegenden, und zu Beginn von den Römern besetzten Gebiete erobert. Hierzu muss man eine selbst gewählte Menge an Zaubertrank auswählen und seine Gallier in entsprechender Stärke in das Gebiet schicken. Je nachdem wie das Gebiet gesichert ist, gibt es eine kurze Animation in der Römer und Gallier umherfliegen und das Gebiet entweder erobert wurde oder eine Niederlage einzustecken gilt. Das hängt vor allem von der eigenen Truppenstärke und dem zu erwartenden Widerstand ab. Manchmal muss man jedoch sein Geschick auch in Minispielen beweisen. Dann gilt es hier zu siegen, um das Gebiet zu erobern. Dazu hat man in jedem Zug drei Möglichkeiten des direkten Angriffs, sowie drei Möglichkeiten verbliebenen Zaubertrank auf die eigenen Gebiete zwecks der Verteidigung umzuverteilen.
Ein massiver Stör- und Langeweilefaktor bei diesem Spiel sind jedoch die Ladezeiten. Zwischen jedem Minispiel und der strategischen Landkarte wird der Ladebildschirm angezeigt. Bei meiner PS3 mit beschleunigter Ladefunktion sind es immernoch gute 20 Sekunden, die ich warten musste. Bei abgeschaltetem Ladebooster sind locker 30 Sekunden bis zu 1 Minute an Ladedauer drin. Das schmälert den Spielspaß doch erheblich, gerade dann, wenn man mal wieder ein Leben in einer der nervigen Jump&Run-Passagen verloren hat, doch dazu später mehr.

Die Spiele:
Die Aufgaben reichen dabei von einfachen Jump&Run-Levels, die es zu durchqueren gilt, bis zu den verschiedensten Minispielen, á la „Hau den Lukas“ oder „Weitwurf“. In den Jump&Run-Passagen muss man sich durch die unterschiedlichsten Landschaften kämpfen, Römer verhauen, Münzen und Zaubertrank einsammeln und am Ende manchmal auch gegen einen Endboss kämpfen, um letztendlich eine der gesuchten Zaubertrankzutaten zu erhalten. Sieben solcher „Level“ gibt es im ganzen Spiel und diese sind über ganz Gallien verteilt. Doch diese zu erreichen ist nicht ganz so einfach. Bevor man diese erreicht, muss man erst einmal den Weg dahin bahnen, indem man versucht Gallien zu erobern. Stück für Stück. Wenn die Eroberung nicht nur mit der einfachen Animation abgetan ist, kommen die Minispiele zu Einsatz. Mal muss man Gegner verhauen und ein besonderes Fass innerhalb einer bestimmten Zeit finden, dann wieder Römer mit einem runden Stein umkegeln, oder Römer möglichst weit werfen, wie beim Kugelstoßen. Aber auch aus Löchern im Boden auftauchende Römer bekommen mal einen Hinkelstein auf den Kopf, um Punkte zu sammeln.

Die Steuerung:
Zuerst einmal die positiven Aspekte der Steuerung.
Sie funktioniert. Meistens. Naja, nicht immer aber wenigstens in groben Zügen. Ja okay, ganz so schlimm iste s dann doch nicht. Abe rgerade in den Jump&Run-Passagen ist eine direkte und zielsichere Steuerung das A-und-O, aber hier haben Sourcery Development gründlich versagt. Egal, wen der beiden Gallier ihr steuert, sie reagieren immer extrem träge. Zwar hat man sich nach einer gewissen Zeit daran gewöhnt, aber so richtig funktioniert es dann trotzdem nicht. Hinzu kommt, dass in den Pseudo 3D-Levels immer wieder die Übersicht fehlt. Denn genaugenommen handelt es sich überhaupt nicht um echtes 3D, sondern wenn ich ehrlich bin, gerade einmal um 2.5D. Sprich die Figuren bewegen sich innerhalb eines etwas breiteren Korridors horizontal, meist von links nach rechts und hin und wieder eine Ebene nach hinten oder vorne. Dementsprechend ist die Kamera auch meist seitlich angeordnet, um eine überwiegend optimale Sicht zu ermöglichen. Wie gesagt, überwiegend. Denn dann wenn des notwendig wird, schwenkt die Kamera auch in die Vogelperspektive oder eine isometrisch wirkende Position. Doch so wirklich optimal ist keine der Kameras.
Bei den Minispielen ist das schon etwas einfacher. Da gibt es meist nur eine feste Kamera und dazu benötigt es auch überwiegend nur ein paar wenige Tasten. Beim Römer-Weitwurf muss ein Römer möglichst weit geworfen werden, Überraschung! Dazu braucht es zwei Tasten. Mit der Viereck-Taste wird Schwung genommen und mit der Kreuz-Taste im richtigen Moment losgelassen. Beim Römer-Kegeln gilt es so viele Römer wie möglich mit einem Wurf zu treffen, da sich hier die Punkte multiplizieren. Alles, was man braucht sind die linke und rechte Taste des Steuerkreuz und die Kreuz-Taste zu werfen. Bei Hau-den-Römer sind wiederum alle vier Richtungstasten des Steuerkreuz und alle Aktionstasten gefragt, da hier acht im Boden befindliche Löcher mit Hinkelsteinen malträtiert werden sollen, sobald ein Römer herausschaut. Nur Idefix darf nicht getroffen werden. Für Troubadix hingegen gibt es 5 Bonuspunkte. Doch egal welches der vielen, und jetzt hier nicht genannten Minispiel ihr auch spielt, die Steuerung ist bei allen gleich träge. Und das wiederum führt zu einigen Frustmomenten und lässt mich daran zweifeln, dass dieses Spiel wirklich für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist.

Sound und Grafik:
Für die Aussage der jüngeren Zielgruppe spricht hingegen die relativ simple und doch recht eintönige Hintergrundmusik. Wobei, Musik möchte ich das nicht nennen. Streckenweise erinnert es an die Dudelei der guten alten 8-Bit-Konsolen, wie NES, Master System oder Gameboy. Im Grunde sind die Melodien nicht wirklich schlecht, aber selbst im Jahr 2000 war schon wesentlich mehr möglich. Viel mehr.
Ähnlich ist es mit der Grafik. Oft sagt man, dass die frühen 3D-Spiele (Ist doch gar kein 3D!!!) schlecht altern. Nunja, aber wenn ein Spiel schon damals nur eine mittelmäßige Optik hatte, ist es dann heute weniger schlecht gealtert, oder sogar noch mehr? Also, meine Augen hatten schon mächtige Probleme, wobei eine solche Grafik auf einem aktuellen Plasma, LCD oder LED-TV in so gut wie keinem Fall wirklich gut aussieht. Doch die stark verwaschenen Texturen, die wirklich groben Pixel und der teils massive Grafikbrei sind nur schwer zu ertragen. Zumindest in den Pseudo-3D-Passagen. Die Bitmap-Grafiken sehen oftmals sogar recht anschaulich aus und auch die Videozwischensequenzen sind nicht schlecht animiert und umgesetzt.

Und nun? Wie ist es?
Okay, Zeit für ein Fazit!
So wirklich schlecht ist das Spiel nicht. Wer Freude an Asterix und recht einfachen Strategietiteln hat, wird hier sicher gut bedient. Auch die recht kurze Spielzeit von knapp 3 Stunden spricht für den Titel, als reinen Zeitvertreib. Aber, und das ist ein großes Aber, es gibt auch weitaus bessere Spiele, zumal das Finale zwar durchaus witzig, aber dennoch auch irgendwie unbefriedigend ist. Ich denke, für ein paar wenige Euro kann man sich den Spaß gönnen, alle anderen sollten eher Abstand halten.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2000-2017 Les Editions Albert/Rene Goscinny/Uderzo / Studiocanal

Die bisherigen Review-Specials:

  1. Asterix der Gallier
  2. Die goldene Sichel
  3. Asterix und die Goten
  4. Asterix als Gladiator
  5. Tour de France
  6. Asterix und Kleopatra
  7. Der Kampf der Häuptlinge
  8. Asterix bei den Briten
  9. Asterix und die Normannen
  10. Asterix als Legionär
  11. Asterix und der Avernerschild
  12. Asterix bei den Olympischen Spielen
  13. Asterix und der Kupferkessel
  14. Asterix in Spanien
  15. Streit um Asterix
  16. Asterix bei den Schweizern
  17. Die Trabantenstadt
  18. Die Lorbeeren des Cäsar
  19. Der Seher
  20. Asterix auf Korsika
  21. Das Geschenk Cäsars
  22. Die grosse Überfahrt
  23. Obelix GmbH & Co. KG
  24. Asterix bei den Belgiern
  25. Der grosse Graben
  26. Die Odyssee
  27. Der Sohn des Asterix
  28. Asterix im Morgenland
  29. Asterix und Maestria
  30. Obelix auf Kreuzfahrt
  31. Asterix und Latraviata
  32. Asterix plaudert aus der Schule
  33. Gallien in Gefahr
  34. Asterix & Obelix feiern Geburtstag
  35. Asterix & Friends (Browsergame)
  36. Asterix der Gallier (Film)
  37. Asterix (Gameboy/NES)
  38. Asterix in Novaesium
  39. Asterix und Kleopatra (Film)
  40. Asterix (SNES)
  41. Gallische Geschichten mit Asterix und Obelix
  42. Asterix & Obelix (Gameboy)
  43. Asterix erobert Rom (Film)
  44. Asterix erobert Rom – Das Buch zum Film (Album, Neuauflage)
  45. 12 Prüfungen für Asterix
  46. Asterix and The Great Rescue (Sega Mega Drive)
  47. Asterix – Sieg über Cäsar (Film)
  48. Uderzo von seinen Freunden gezeichnet
  49. Asterix – The Great Rescue (Game Gear/Master System)
  50. Uderzo – Der weite Weg zu Asterix
  51. Asterix & Obelix (SNES)
  52. Asterix bei den Briten (Film)

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