Capitan Terror in Ketten (Gratis Comic Tag Review Nr. 23) [JNK Media, Mai 2017]

Hin und wieder gibt es zum Gratis Comic Tag auch ein paar Klassiker zu bewundern. Egal ob es jetzt Hägar, Boule & Bill, Sigurd, Nick, Suske und Wieske oder Tibor. Es ist regelmäßig auch etwas für die Liebhaber der klassischeren Comics dabei und dieses Jahr fällt eben jene Aufgabe dem JNK-Media Verlag zu, der mit Capitan Terror einen klassischen Freibeuter und Piraten ins Rennen schickt …

Capitan Terror in Ketten

Eigentlich war Capitan Terror ein ehrwürdiger Handelskapitän. Doch nachdem sein Handelsschiff durch Gouverneur Carlos Fernandez versenkt wurde, hat er sich umbenannt und schwört seitdem auf Rache. Als Capitan Terror durchkreuzt er nun die Meere, plündert Schiffe und hat sich einen blutigen Ruf erworben. Dabei verliert er so manchen Anhänger, gewinnt aber auch regelmäßig Neue. Einige davon werden sogar fast so etwas wie Freunde …

In den 1970er Jahren entstanden für die Reihen „Primo“ und „ZACK“ die ersten Abenteuer von Capitan Terror. Geschaffen wurden sie von den spanischen Künstlern Esteban Maroto, Ramón Solá und Josep Gual. Dieses Heft sammelt eine erste Geschichte aus der Gesamtausgabe, die insgesamt sechs Bände umfassen soll, und die jeweils in einer normalen Fassung und einer limitierten Vorzugsausgabe erschienen sind, und noch erscheinen sollen. Erstmals sollen hier alle existierenden Abenteuer veröffentlicht werden, inklusive jene, von denen nur noch die Zeichnungen, aber kein Skript mehr existieren. In diesem besonderen Fall haben sich die Verlagsmitarbeiter die Mühe gemacht, anhand der Bilder eine Geschichte und Texte zu entwerfen, was jedoch nicht immer so einfach war.
Doch nun zur Geschichte und den Zeichnungen. Letzteres kann mich sehr wohl überzeugen. Sehen die Maroto und Gual doch sehr gut aus. Mit sehr detaillierten Schwarz/Weiß-Bildern schaffen sie eine durchaus lebendige Atmosphäre und auch die Figuren sehen wunderbar aus. Gerade Maroto versteht sich sehr gut auf die Körpersprache und Gesichtsausdrücke, wodurch so manches geschrieben Wort fast schon unwichtig wird.
Und da sind wir beim großen Problem. Die Texte wirken altbacken, trocken und extrem hölzern, sodass das Lesen fast schon zu einem Spießrutenlauf gerät. Sicherlich versucht man sich hier den Sprachgewohnheiten der damaligen Gesellschaft anzupassen, was im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit auch sehr wichtig ist, aber gerade dadurch kommt kein reichtiger Lesefluss auf. Zumindest bei mir nicht.

Die Zeichnungen alleine reichen nicht aus, um mich langfristig für diese Reihe zu begeistern. Die Dialoge und Handlungen sind teilweise zu hölzern und sprunghaft, sodass keine Freude aufkommen will. Für mich ist der rachsüchtige Capitan Terror daher leider nichts. Aber ich denke, er wird seine Anhänger schon finden.

Die Bände sind über redaktion@jnk-media.de zu bestellen. Alternativ sind sie auch bei PPM und Sammlerecke gelistet, sowie über Ebay zu beziehen.

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