Vergessene Welt Nr. 1 [Splitter, Dezember 2014]

Dominik_AVAIch liebe einfach Geschichten von Dinosauriern. Als kleines Kind habe ich sehr gerne In einem Land vor unserer Zeit geschaut. Littlefoot und seine Abenteuer haben mich fasziniert. Bereits das Cover dieses Comics weckt meine Neugier und die Inhaltsangabe auf dem Backcover meine Abenteuerlust.
Herzlich willkommen in Vergessene Welt Nr. 1

Vergessene Welt Nr. 1

Klappentext:

Der Mensch fährt bis ans Ende der Welt …
… im festen Glauben an ein Heldentum, das ihm gewiss ist.
Auf seiner Reise ist er beseelt von dem glühendem Wunsch nach Abenteuer und Entdeckungen …
… Leichten Herzens bricht er auf und lässt den Alltag hinter sich.
Doch er bittet Gott um seinen Segen für die Daheimgebliebenen …

… und um eine glückliche Heimkehr.

Schlägt der Leser die erste Doppelseite auf, schaut man auf eine große Felswand, darüber ein altmodischer Kompass und an den Rändern einige skizzenhafte Panels von Abenteurern. Alles leicht skizziert in grauen Tönen gehalten. Bereits dieser Anblick lässt Abenteuerfeeling, Entdeckerfeeling oder einfach nur Reiselust aufkommen. Ein ähnliches Gefühl kommt bei mir auf, wenn ich der Titelmelodie von Uncharted lausche, oder mich einfach nur an den aktuellen Videospiel Blockbustern wie Tomb Raider, Uncharted oder ähnlichen Games bzw. auch Filmen (Assassins Creed, Indiana Jones, The Last Guardian) erfreue.

Die Geschichte beginnt in Südamerika, die ersten begleitenden Texte zu den Bildern sind exakt dieselben, wie sie auf dem Backcover stehen (Klappentext).
Professor Challenger und Pablo sind auf einer Expedition in Südamerika unterwegs. Als sie ein paar Ureinwohnern in ihr Dorf folgen, machen sie eine äußerst kuriose Entdeckung.
In dem Dorf der Amajuaca Kannibalen liegt ein weißer Mensch sterbend in einem ihrer Unterkünfte. Es ist ein Albino, dieser gibt in seinen letzten Atemzügen wichtige Worte von sich.

„B … Basaltfelsen …
Auf der Karte …
Der W… Wasserfall …
Durch den Wasserfall …

Eine Rückblende

Eine Rückblende

2 Jahre Später

Am Hafen von Southampton in England treffen sich Professor Challenger, Professor Summerlee, Ned Malone der Schreiberling bzw. Reporter, der Großwildjäger Lord John Roxton und etwas später auch Pablo.
Der Leser benötigt nur ein paar Seiten, ehe er den abrupten Szenenwechsel von Südamerika nach London verkraftet hat.
In einer kurzen aber für die Geschichte notwendigen Rückblende erfährt der Leser das Nötigste zu Professor Summerlee. Es ist offensichtlich, dass Professor Summerlee nicht an irgendwelche Dinosaurier in Südamerika glaubt. Professor Challenger hat auf einem Vortrag von Professor Summerlee sehr deutlich dem Publikum mitgeteilt, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch in unserer heutigen Zeit Dinosaurier gibt. Sehr gut gefällt mir an dieser Rückblende, dass sie komplett in grau gehalten ist. So ist es für den Leser auf Anhieb mehr als deutlich zu erkennen, dass es eine Rückblende ist. Durch diesen Effekt kommt auch ein ganz anderes Feeling auf, ein leicht nostalgisches, passendes Feeling für England.
Professor Challenger und Professor Summerlee sind zwei Kontrahenten, deren Disput sich konsequent durch den gesamten Band zieht. Die Autoren haben meiner Meinung nach noch soeben die Kurve bekommen, dass es für den Leser nicht zu anstrengend wird, wenn sich zwei Professoren auf wissenschaftlicher Ebene unterhalten, diskutieren bzw. einfach streiten. Dabei ist es kein Fachjargon, sondern einfach die Tatsache, dass es mehr als deutlich geworden ist, dass zwei Kontrahenten auf eine Abenteuerreise unterwegs in die Vergessene Welt sind.
Die Reise nach Südamerika ist lang und beschwerlich. Der Leser erfährt ebenfalls, wer Ned Malone ist, und warum er als Reporter und Schreiberling mit an Bord dieser illustren Gesellschaft ist. Ned Malone möchte seine Freundin Gladys (scheinbar wollen sie bald heiraten) mit einer perfekten Abenteuerstory beeindrucken.
Ich bin gespannt, ob der Leser in den kommenden Bänden noch mehr von Ned Malone und Gladys erfahren wird.
Zu Lord John Roxton dem Großwildjäger, erfährt der Leser an sich noch recht wenig. Ob Roxton in den kommenden Bänden noch eine besondere Rolle spielen wird? Immerhin kann er sehr gut mit Waffen umgehen und hat die Gruppe mehrmals aus brenzligen Situationen befreit.

Professor Challenger, erfährt ein Geheimnis

Professor Challenger, erfährt ein Geheimnis

Bis zum Eingang in die Vergessene Welt ist es ein langer und schwieriger Weg. Mit Schiff nach Südamerika, mit Booten den Amazonas entlang, die passende Kleidung für die Abenteuerreise besorgen, an steilen Felsklippen entlang und durch den Dschungel. Stellenweise wird die Gemeinschaft von Einheimischen begleitet. Ob sie den Eingang in die Vergessene Welt finden werden, ist fraglich. Welche Abenteuer mögen wohl dort auf sie warten? Relativ geradlinig und ohne überraschende Wendungen (dafür aber mit Rückblenden und situationsbezogenen Gefahren) erzählt Autor Christophe Bec die Story.

Der Comic gestaltet sich vom Beginn der Reise bis zum angeblichen Ziel wie ein Reisetagebuch. Textfelder in den oberen Ecken der jeweiligen Panels begleiten den Leser und geben ihm so das Gefühl, dass die Reise sehr anstrengend und schwierig ist. Autoren und Zeichner haben die Story so aufgebaut, dass es sehr deutlich wird, wie anstrengend so eine große Reise doch ist. Sehr langsam kommt die Gemeinschaft nur voran. Immer dann, wenn der Leser eventuell denkt, dass die Gemeinschaft zu langsam vorankommt, erfährt der Leser gekonnt durch Rückblicke wichtige Schlüsselereignisse, die ihm bisher vorenthalten worden sind. Nicht nur dass, auch durch Gespräche untereinander (Professor Summerlee und Professor Challenger) oder auch durch gefährliche Situationen (Angriff eines Krokodils) wird die Geschichte unterhaltsam und spannend auf den möglichen Cliffhanger am Ende hin aufgebaut.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergehen wird.

Unterwegs in Südamerika

Unterwegs in Südamerika

Die Geschichte ist frei nach dem Roman von Sir Arthur Conan Doyle erzählt.
Mit Christophe Bec ist ein erfahrener Comic Autor am Werk, der sich jedoch vornehmlich eher mit Stoff aus der Zukunft, Science-Fiction oder anderen düsteren Abenteuern und Expeditionen befasst hat.
Fabrizio Faina und Mauro Salvatori (Zeichnungen) schaffen es, gekonnt die jeweilige Stimmung der Geschichte umzusetzen. Wie ich es gerne mag, sind die Zeichnungen klar und deutlich zu erkennen, die Strukturierung ist weit weg vom amerikanischen Mainstream eher leicht klassisch gehalten. Neben den verschiedenen Größen einzelner Panels und deren unterschiedlicher Anordnung gibt es nur vereinzelte doppelseitige Zeichnungen. Für einen intensiveren Lesegenuss gibt es jedoch ab und an kleine Zeichnungen im Panel (Panel im Panel).
Die Farbgestaltung von Andrea Scoppetta gefällt mir sehr gut und setzt der Geschichte die passenden Akzente. Kräftige Farben, auch bei Nacht, sorgen für schöne Zeichnungen im Sinne des Betrachters.

Am Ende dieses Bandes erhält der Leser auf ein paar Seiten einen kurzen Einblick in die Entstehung dieses Comics im Sinne skizzenhafter Zeichnungen. Die letzte Seite zeigt noch einmal die Hauptprotagonisten.

Von mir gibt es für diesen Band eine ganz klare Leseempfehlung

Ein Abenteuer beginnt

Ein Abenteuer beginnt

Copyright aller verwendeten Bilder © 2015-2017 Splitter Verlag

Diesen Band bei Amazon erwerben.

Vergessene Welt #1

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