Geschichten von keinerlei Interesse (17)

Geschichten von keinerlei Interesse

Nach einer recht langen Pause gibt es heute wieder eine neue Geschichte von keinerlei Interesse. Diese Geschichte ist emotional und eigentlich nichts außergewöhnliches. Sie kann jederzeit passieren und ist auch schon mehrmals so, oder so ähnlich geschehen. Und dennoch ist sie wunderschön, aufwühlend und regt zum nachdenken an.
Wir haben alle nur ein Leben, und manchmal sollten wir uns einfach die Zeit nehmen, um es zu genießen. Selbst die kleinen, manchmal unwichtig scheinenden Dinge, mehr wertschätzen zu lernen. Es kann viel zu schnell vorbei sein und am Ende zählt nicht wie viele Tage auf unserer Lebensuhr stehen, sondern wie viele von ihnen wir wirklich „gelebt“ haben …

Folge (17): Martin & Rebecca

Seit Kindertagen sind Rebecca und Martin Freunde. Ihre Eltern waren Nachbarn und so spielten die beiden bereits in jungen Jahren miteinander. Die Freundschaft hielt lange, bis in die Highschool. Da wurde dann aus Freundschaft Liebe. Und Martin und Rebecca waren ein wunderschönes Paar.
Bis zu dem Tag, an dem Rebeccas Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen und sie zu ihrer Tante ziehen musste. Ab da verloren sie sich aus den Augen, aber niemals aus den Herzen.
Beide fanden neue Partner und gründeten ihre eigenen Familien. Die Zeit verging und als Martins Frau starb, war er bereits 82 Jahre alt. Doch seine beiden Söhne konnten sich nicht um ihn kümmern, da sie zu weit weg lebten und eigene Familien hatten. Also kam Martin in ein Heim. Er fühlte sich sehr unwohl und war sehr unglücklich. Immer öfter zog er sich in seine Vergangenheit zurück und zu seiner großen Liebe Rebecca. Die gemeinsamen Mahlzeiten im Speisesaal, mit all den anderen verlorenen Seelen, waren immer unerträglich für ihn. Doch eines Tages sah er Jemanden. Ein bekanntes Gesicht. Irgendwie zumindest. Da war etwas in den Augen dieser alten Dame, dass ihn glücklich machte. Seit diesem Tag ging er voller Erwartungen in den Speisesaal, hatte aber nie den Mut die Dame anzusprechen. Er beobachtete sie aus der Ferne, bis sie eines Tages nicht mehr im Speisesaal zu sehen war. Nervös ging er umher und fragte schließlich einen der Pfleger. Von ihm erfuhr er, dass es ihr nicht gut ginge und sie auf ihrem Zimmer geblieben war. Daraufhin entschloss er sich, sie zu besuchen.
Als er das Zimmer betrat und sie in ihrem Schaukelstuhl sah, wurde ihm etwas mulmig. Sie schien zu schlafen. Dennoch näherte er sich ihr vorsichtig, und sprach sie sanft an. Als sie ihre Augen öffnete und ihn ansah, wurde ihm plötzlich alles klar.
Es war Rebecca. Seine große Liebe aus der Jugend. Sie sahen sich beide an und fingen an zu weinen. Es waren Tränen des Glücks. Mehr als 10 Jahre lebten sie glücklich zusammen, nachdem sie Zimmer nebeneinander bekommen haben. Als Rebecca dann im Alter von fast 95 Jahren starb, folgte ihr Martin nur wenige Stunden später. Noch einmal wollte er sie nicht alleine gehen lassen …

© 2016 Copyright des gesamten Textes bei Mueli77s Feine Welt. Nachdruck und jegliche Weiterverbreitung (auch Auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung von Mueli77s Feine Welt.

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