WHOA! Comics Nr. 6 [Plem Plem Productions, März 2016]

Nach und nach rezensiere ich hier fast das gesamte Plem Plem-Verlagsprogramm. So viel Aufmerksamkeit wird sonst nur wenigen Verlagen zuteil. Zum einen liegt das daran, dass mir der Verlag und seine Mitarbeiter durchaus am Herzen liegen, aber auch an den doch sehr gelungenen Titeln. Der wohl wichtigste Titel ist dabei WHOA! Comics. Immerhin war es die Reihe, mit der alles begonnen hat. Heute möchte ich daher die zweite Ausgabe nach dem Relaunch vorstellen …

WHOA! Comics Nr. 6

Autor: Elbe Billy, Till Felix, Sascha Dörp, Daniele Giardani, Lukasz Mazur, Piers Goffart
Zeichner: Elbe Billy, Till Felix, Sascha Dörp, Jelena Djordjevic, Lukasz Mazur, Piers Goffart, Natalie Dombois
Format: Heft
Umfang: 28 Seiten
Verlag: Plem Plem Productions
Preis: 4,90 Euro

Hundekacke ist schon ein Ärgernis. Vor allem, wenn man sie auf dem heimischen Rasen findet. Die Frage ist nur, welches der Mistviecher die vielen Haufen hinterlassen hat?
Auch Prinz Marian aus der Insektenwelt, muss sich mit einem Haufen herumschlagen. Und zwar einem Haufen Schlägern und Problemen, die sich seit seiner Rückkehr ergeben haben …
Dann wird es geheimnisvoll, als ein Unbekannter in einem Waffenladen mit einer neuen Waffe und einer einzigen Patrone klarmacht, dass er keine weitere Hilfe braucht …
Eine etwas andere Version von Moby Dick findet sich unter dem Titel Mega Dick (ziemlich gefährlicher Titel, vor allem aus englischsprachiger Sicht) auf den nächsten drei Seiten …
Actionreich wird es, als Fantomah auftaucht, und sich, nicht gerade ladylike, ihrer Haut erwehren muss, bevor am Ende ein etwas beleidigter Spacelord die Grenzen seiner Geduld aufzeigt.

Waren es in Ausgabe 5 noch fünf Kurzgeschichten, die um die Gunst der Leser buhlten, sind es hier in der 6., passenderweise, sechs Kurzgeschichten. Die Bandbreite reicht erneut von humorvollen Funny hin über die Superheldenaction hin zum Mysterythriller. In der ersten Geschichte taucht ein mir nicht unbekannter Verleger auf, natürlich ist die Ähnlichkeit vollkommen unbeabsichtigt und rein zufällig. Wer jedoch sich jedoch mit der deutschen Independent-Szene auskennt, dem wird die Ähnlichkeit nicht verborgen bleiben. Allerdings muss man anmerken, dass es sich hierbei um eine bewusste Überzeichnung der Figur handelt. Ich muss aber auch sagen, dass die Geschichte mich nicht wirklich überzeugen kann und auch der Humor nicht so ganz mein Ding ist. Da kenne ich bessere Arbeiten von Elbe Billy.
Bei Insektenwelt handelt es sich um die direkte Fortsetzung aus Heft 5. In meinen Augen verliert die Geschichte in diesem Kapitel ein wenig, was aber auch daran liegt, dass recht wenig passiert und dieses Kapitel arg textlastig ist.
Die Geschichte um den Waffenladen und den geheimnisvollen Fremden, der mir trotzdem irgendwie bekannt vorkommt, weiß auch nicht so recht zu überzeugen. Vielleicht stehe ich auch einfach total auf dem Schlauch und mir entgeht hier eine echt tolle Idee. Dafür gefallen mir die Zeichnungen von Sascha Dörp sehr gut.

Mit Mega Dick kommt eine gelungene Abwandlung von Moby Dick daher, die trotz ihres geringen Umfangs von nur drei Seiten einiges an Potenzial in sich birgt. Dazu passen auch die Zeichnungen von Jelena Djordjevic, welche an den großen Klassiker der Weltliteratur erinnert.
Eine Hommage an Erik Larsen und seine Serie „Savage Dragon“ stellt die vorletzte Geschichte mit der 1940 von Fletcher Franks geschaffenen Figur „Fantomah“ dar. Die Dame mit dem Totenschädel stellt in jedem Panel ein Panel aus Larsens Superheldenserie dar.
Die letzte Geschichte, ein One-Pager auf der hinteren Umschlagseite, ist wieder ein typischer Funny, der vor allem mit seinem Bildwitz punktet. Sie stammt von Piers Goffart, der bereits mit einigen Veröffentlichungen aufwarten kann.

Diese Ausgabe fällt für meinen Geschmack etwas schwächer aus, als noch die vorangegangene. Aber so ist das eben manchmal. Nicht alles kann und wird allen gefallen. Das ist nun einmal das Los solcher Anthologiereihen. Aber hin und wieder gibt es eben auch ein paar ganz besondere Perlen, und diese können nur glänzen, wenn sie in etwas dunklerer Umgebung liegen. Daher denke ich, dass die nächste Ausgabe sicher wieder etwas besser ausfallen wird.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2016 Plem Plem Productions

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