Yo-Kai Watch Nr. 1 [Kazé Manga, November 2016]

Das heutige Review widmet sich einer Manga-Serie, die ähnlich wie Pokémon, auf einem Videospiel beruht, welches einen ähnlichen Weg einschlägt. Neben dem Fangen, Sammeln und trainieren von Lebewesen, gibt es zusätzlich auch hier eine Animeserie und haufenweise Merchandise. Ein ähnlicher Kult ist also vorprogrammiert. Doch kann Yo-Kai Watch mit dem großen Vorbild mithalten? Das kann ich auch nicht wirklich beantworten, wohl aber den Manga hier vorstellen und vergleichen. Hierfür hat mir Kazé Manga die erste Ausgabe des deutschen Tankobon (so heißen die Taschenbuchausgaben im Original) zur Verfügung gestellt …

Yo-Kai Watch Nr. 1

Autor: Noriyuki Konishi
Zeichner: Noriyuki Konishi
Format: Taschenbuch
Umfang: 200
Inhalt: Yo-Kai Watch Vol. 1
Verlag: Kazé Manga
Preis: 4,70 Euro (nur noch bis 31.12.2016), 6,95 Euro (ab dem 01.01.2017)

Nathan Adams ist ein ganz normaler Junge. Naja, zumindest bis er eines Tages aus einem Kapselautomaten den ziemlich anstrengenden Yo-Kai Whisper erhält, der sich vor lauter Dankbarkeit auch gleich als Nathans Butler aufdrängt. Yo-Kais sind in Japan traditionelle Dämonen, welche gut oder auch schlecht sein können. Außerdem erhält Nathan von Whisper eine Uhr, die Yo-Kai Watch mit deren Hilfe er sämtliche Yo-Kai in der näheren Umgebung aufspüren kann. Von nun an versucht Nathan die Menschen vor den manchmal etwas eigensinnigen Dämonen zu beschützen und freundet sich auch meist gleich mit ihnen an. Dafür erhält er jeweils eine Medaille mit denen er den jeweiligen Yo-Kai zu Hilfe rufen kann, wenn er diese benötigt. Und so sammelt Nathan recht schnell Freunde und Medaillen …

Nathan Adams ...

Nathan Adams …

Die Geschichte ist keine Offenbarung. So ehrlich muss man schon sein. Im Grunde ist es auch nur ein Basisplot, um eine Geschichte für ein Videospiel zu erschaffen, damit die Notwendigkeit gegeben ist, seine Aufgaben zu erfüllen. In diesem Fall ist es das sammeln und trainieren der Yo-Kai. Und so hangelt man sich storytechnisch von einem Yo-Kai zum Nächsten, mit gelegentlichen Kämpfen und einer neuen Freundschaft am Ende. Jedes der enthaltenen 7. Kapitel ist ähnlich aufgebaut und daher will auf die Dauer so recht keine Spannung aufkommen. Die einzige Frage, die man sich als Leser stellt, ist, welcher Yo-kai mit welcher Eigenart der nächste Freund von Nathan wird.
Man merkt dem Titel daher sichtlich an, dass er für ein jüngeres Publikum geschaffen wurde. Und diese werden auch mit Sicherheit ihren Spaß daran haben. Doch leider gibt es ein paar Fehler. Tippfehler, die offenbar nicht erkannt und korrigiert wurden, oder Ausdrucksfehler, die sich sehr komisch lesen lassen. So kommt es hin und wieder zu Schwierigkeiten im Lesefluss, da man manches doppelt und dreifach lesen muss, bis sich einem der Sinn erschließt.

... und sein neuer Freund Whisper.

… und sein neuer Freund Whisper.

Nicht nur die Geschichte bewegt sich im unteren Mittelfeld des alltäglichen Durchschnitts. Gleiches gilt für die Zeichnungen, die an sich nicht schlecht sind, aber auch kaum Unterschiede zu anderen Manga-Ka bietet. Zu austauschbar ist das Artwork und zu deutlich die Erkenntnis, dass es genau das ist, was der Auftraggeber möchte. Nur so kann man ein Fortbestehen sicherstellen, auch wenn ein Künstler nicht mehr daran arbeitet. Technisch komplett in Ordnung arbeitet Noriyuki Konishi mit den gewohnten Mitteln, Stilen und Elementen, wie man sie bereits aus vielen anderen Manga kennt.
Natürlich hat dies auch den Vorteil eines hohen Wiedererkennungswertes. Wer nämlich erst durch das Spiel oder die Animeserie auf den Manga aufmerksam wird, findet sich sofort zurecht und erkennt bekannte Situationen, Ereignisse und Figuren wieder. Daudrch festigt sich auch das Interesse an den Figuren, was einen besseren Vermarktungswert für weitergehendes Merchandising ermöglicht.

Ohne Yo-Kai Watch läuft nix.

Ohne Yo-Kai Watch läuft nix.

Als Fazit kann man sagen, dass Kinder ab dem Lesealter durchaus ihren Spaß an der Mangaserie haben werden. Als Ergänzung ist sie ideal und auch zum Lesen lernen, kann man sie verwenden. Hier wäre es aber besser gewesen Fehler gänzlich zu vermeiden. Ältere Leser fühlen sich dagegen schnell gelangweilt, da es kaum Überraschungen oder Spannung gibt. Mein Sohn, der ein Fan des Yo-Kai Watch Spieles, der Animeserie und auch in Teilen des Merchandisings ist (er hat die Uhr von mir geschenkt bekommen), findet auch an dem Manga gefallen und versucht mit seinen ersten Lesekenntnissen sogar die Abenteuer nachzulesen, wenngleich auch noch etwas holprig. Bislang sind in Japan 13 Ausgaben erschienen und Kazé Deutschland peilt derzeit einen zweimonatlichen Erscheinungsrhythmus an.

Die Medaillen kann man übrigens auch in Wirklichkeit sammeln.

Die Medaillen kann man übrigens auch in Wirklichkeit sammeln.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012-2016 Level-5 Inc. / Shogakukan / Kazé Manga / VIZ Media Switzerland SA

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