Der Dunkle Turm Nr. 7: Die Kleinen Schwestern von Eluria [Splitter Verlag, Oktober 2012]

Dominik_AVADie Graphic Novel Reihe von Stephen King rund um den Dunklen Turm ist ein wahrer visueller Augenschmaus. Nicht nur die hervorragende Aufmachung im Splitter Verlag und die Zeichnungen, sondern auch die intensive Storyline bietet nah an der Romanvorlage noch reichlich viel zu entdecken. Am Ende der Ausgabe bietet Robin Furth in Absprache mit Stephen King dem Leser sehr viel Hintergrundwissen über die Herkunft der Kleinen Schwestern von Eluria.
Die Intensivität dieses Bandes hat mich umgehend erwischt und gefesselt.
Wie bereits im Vorwort erwähnt wird, scheint mir diese Geschichte mitunter eine der beunruhigendsten Geschichten des Dunklen Turm Zyklus zu sein.
Der siebte Band, welcher von den Kleinen Schwestern von Eluria berichtet, hat mir persönlich mit am besten bisher gefallen!

Der Dunkle Turm Nr. 7: Die Kleinen Schwestern von Eluria

Wer die bisher in deutscher Sprache erschienenen acht Romane kennt, der wird sich eventuell wundern, in welchem Roman die Geschichte erzählt wird.
So ging es mir zumindest am Anfang, jedoch im ausführlichen Vorwort von Robin Furth wird deutlich, was es mit den Kleinen Schwestern von Eluria auf sich hat und wie diese Graphic Novel im Zyklus der Dunklen Turm Geschichte einzuordnen ist. Die Kleinen Schwestern von Eluria ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte von Stephen King, welche im Dunklen Turm Universum spielt.
Ursprünglich ist die Geschichte 1998 erschienen und wurde 2002 im Rahmen einer Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht. Zu finden ist diese Geschichte in dem Buch
„Im Kabinett des Todes“.
Verknüpfungen gibt es unter anderem in Bezug auf die Sprache der Toten. Diese ist vor allem bekannt aus dem 1996 erschienenen Roman Desperation.
In diesem Zug möchte ich erwähnen, dass es mir richtig gut gefällt, wenn Robin Furth am Ende der Graphic Novel in Form eines Kurzromans die Herkunftsgeschichte der Kleinen Schwestern von Eluria einhergehend näher betrachtet und dem Leser erläutert. Robin Furth hat sich mit den Kleinen Schwestern sehr intensiv auseinandergesetzt und lässt uns als Leser an ihren Gedanken in Form einer spannenden Kurzgeschichte teilhaben.

Ein verlassenes Dorf

Ein verlassenes Dorf

Umgehend mit den ersten Zeichnungen dieser Graphic Novel ist mir aufgefallen, dass ein neuer Zeichner mit an Bord ist.
Wechselnde Zeichner (Jae Lee, Sean Phillips) und jetzt Luke Ross haben den jeweiligen Bänden ihren ganz eigenen zeichnerischen Charme verliehen.
Mag der Kritiker über die Qualität und die Zeichnungen der einzelnen Künstler sich nicht einig sein, mir gefallen sie alle sehr gut.
Die ersten fünf Bände hat Jae Lee gezeichnet, den sechsten Band Sean Philipps und im siebten Band startet Luke Ross durch.
Es ist schön, dass Richard Isanove durchgehend für eine farbgeberische Kontinuität der Graphic Novels sorgt.
Der Leser merkt jedoch, mal mehr mal weniger, die Unterschiedlichkeit der Zeichnungen und die Aufteilung der Panels.
Besonders in diesem Band ist mir eine etwas klarere und vor allem geradlinigere Panel Strukturierung ins Auge gesprungen. Diese zieht sich jedoch nicht durchgehend konsequent fort, so gibt es weiterhin gewohnt ganzseitige und größere Zeichnungen auf einer Seite.

Roland selbst gibt sich in dem vorliegenden Band etwas naiver als man ihn eventuell bisher kennengelernt hat.
Er ist noch nicht zu dem uns bekannten Revolvermann geworden.
Roland wirkt noch leicht unbedarft bzw. gar etwas jugendlich und grün hinter den Ohren. Er ist noch weit entfernt von dem entschlossenen, knallharten Erwachsenen, der den Dunklen Turm als sein Lebenselixier sieht.
Beim Lesen entsteht unmittelbar der Eindruck, dass Roland nicht der Roland aus den vorherigen Bänden ist, er wirkt weniger clever und einfallsreich. Das männliche „Revolvermanngehabe“ fehlt irgendwie etwas.
Im Kampf um Gilead aus den vorherigen Bänden wirkt Roland einfach reifer. Natürlich ist dieser Umstand unter anderem den zeitlichen Sprüngen gewidmet, sodass es im Grunde in Ordnung ist.

Angriff der langsamen Mutanten

Angriff der langsamen Mutanten.

Die Geschichte an sich ist abgeschlossen und bestenfalls ein kurzes Intermezzo auf Roland seiner langen und beschwerlichen Reise zum Dunklen Turm.
Auf dem Weg durch die Desatoya Wüste gerät Roland Deschain aus Gilead in ein altes verlassenes Dorf.
Dort gerät Roland in einen Hinterhalt von langsamen Mutanten und wird zutiefst verletzt. Er wacht in einem Zeltlazarett auf.
Die Kleinen Schwestern von Eluria scheinen sich um Roland und seine beschwerliche Genesung gut zu kümmern. Ein Orden barmherziger Schwestern, was mögen sie mit den langsamen Mutanten zu schaffen haben? Jenna, eine hübsche Schwester des Ordens scheint sich verliebt zu haben in Roland …
Doch wie so oft sind auch hier die Dinge nicht so, wie sie zunächst den Anschein haben und Roland muss erneut um sein Leben kämpfen …

Die Kleinen Schwestern von Eluria.

Die Kleinen Schwestern von Eluria.

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt, doch die Kunst liegt eindeutig in der Intensität und den dazu passenden Zeichnungen der Kleinen Schwestern von Eluria.
Die Story fesselt ungemein, sie packt den Leser umgehend. Nachts bei Kerzenschein kommt garantiert eine gewisse unheimliche Atmosphäre auf.
Ohne Witz, selten habe ich ein beklemmendes ungewöhnliches Gefühl beim Lesen eines Comics gehabt.
Dadurch, dass Jenna sich zu Roland hingezogen fühlt, kommt auch das zwischenmenschliche nicht zu kurz, dies verschafft dem Band und der Geschichte eine gewisse Lockerung.

Für mich bis dahin ganz klar ein Highlight der Dunklen Turm Reihe.
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird.
Story und Zeichnungen kombiniert auf einem hohen Niveau verleihen der Geschichte eine dichte Atmosphäre, welche sich der Leser nur schwer entziehen kann.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2011-2016 Marvel & Subs. / Stephen King / Splitter Verlag

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