Ma-Co-Re-Mix (Vol. 46) (Galactus: Hunger, Cataclysm Nr. 1 & 2)

Auch heute versuche ich wieder ein wenig meinen Comic-Lesestapel abzuarbeiten und präsentiere euch drei zusammenhängende Paperbacks, die auf die Ereignisse des ersten Events der Marvel Now-Ära aufbauen. Gemeint ist natürlich Age of Ultron, welches ich euch hier auf dem Blog bereits vorgestellt habe …

MaCoReMix

Galactus: Hunger [Mai 2014]

Autor: Joshua Hale Fialkov
Zeichner: Leonard Kirk, Mico Suayan, Mirco Pierfederici
Format: Softcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: Hunger (2013) 1-4. Ultimate Comics Cataclysm 0.1
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro

Eigentlich will der junge Rick Jones, der inzwischen von einer kosmischen Macht beseelt ist, nur ein ganz normales Leben führen. In seinem Lieblings-Burgerestaurant essen und einfach nur die Sachen machen, die ein Junge in seinem Alter macht. Doch plötzlich findet er sich in einem Krieg zwischen den Chitauri und den Kree wieder, die zu allem Überfluss auch noch von einem Gah-Lak-Tus-Schwarm angegriffen werden. Zwar kann Rick den Schwarm aufhalten, aber plötzlich taucht eine neue Gefahr aus. Durch einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge zwischen den Dimensionen, hervorgerufen durch die Ereignisse während Age of Ultron, gelangt Galactus aus dem regulären Marvel-Universum in das Ultimative Universum und droht dort alles Leben zu vernichten …

Das „Age of Ultron“ nicht ohne Auswirkungen bleibt, war bereits zu Beginn des Events kein Geheimnis. Inwieweit das Ganze aber Wellen schlagen würde, zeigt sich hier erstmals im großen Umfang. Doch warum wurde als Autor für diese eigentlich vierteilige Miniserie der mir eher unbekannte Joshua Hale Fialkov gewählt? Zumindest muss ich sagen, dass mir außer „Alpha: Big Time“ kein Comic einfällt, den er verfasst hat und der mir wirklich im Gedächtnis geblieben wäre. Ähnlich wird es sich auch mit diesem Band verhalten. Grundsätzlich ist Fialkovs Arbeit als Autor hier nicht schlecht, aber leider auch nicht wirklich mehr als nur kurzweilig. Sieht man sich einmal die Grundlagen für diese Story an, dass Galactus in ein neues Universum eindringt, um dieses zu vernichten, dann birgt dies ein gewisses Potenzial, welches in meinen Augen jedoch ungenutzt bleibt.
Zeichnerisch hingegen gibt es weniger auszusetzen. Das Artwork ist solide, bietet einiges an Details und kann auch mit ansehnlicher Dynamik überzeugen. Und dennoch bleibt ein seltsamer Beigeschmack. Der, der fehlenden Eigenständigkeit. Denn wenn ich ehrlich bin, fallen die Zeichnungen von Leonard Kirk absolut unspektakulär und austauschbar aus. Keine Merkmale, mit einem gewissen Maß an Wiedererkennung und noch wichtiger, viel zu viele Elemente, die an andere Zeichner erinnern. Ein bisschen Stuart Immonen, ein wenig Mark Bagley und auch sonst scheint die Liste der Einflüsse für Kirk recht lang zu sein.
Aber es gibt ja noch eine Kurzgeschichte, die man als Einleitung zu Cataclysm sehen kann, und die in einigen Punkten, meiner Meinung nach, mehr zu bieten hat, als der Großteil des gesamten Bandes. Die weibliche Vision, ihre Beziehung zu Sam Wilson und das Ende der Geschichte bieten eigentlich alles, was eine gute Geschichte braucht. Dramatik, Romantik, Action, Humor und eine gute Optik, mit Bildern, in denen Galactus wirklich bedrohlich wirkt.

Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Geschichte mit reichlich Action und wenig Substanz. Selbst Galactus strahlt hier nicht diese Bedrohlichkeit aus, die einem Weltenvernichter zugesprochen werden sollte. Wenn dieser Band nur den Hauptakt enthalten hätte, ohne den Prolog zu Cataclysm, dann wäre ich sehr enttäuscht gewesen, weil man die wichtigsten Elemente dieser Handlung auch auf einer Doppelseite hätte erzählen können. So, wie die abschließende Kurzgeschichte hätte von mir aus der gesamte Band ausfallen können und ich wäre zufrieden gewesen. So bleibt ein fader Beigeschmack von versucht und nicht gekonnt.

Cataclysm Nr. 1 [September 2014]

Autor: Brian Michael Bendis, Joshua Hale Fialkov
Zeichner: Mark Bagley, Carmine Di Giandomenico, Alvaro Martinez, Dave Marquez
Format: Softcover
Umfang: 156 Seiten
Inhalt: Cataclysm: The Ultimates‘ Last Stand (2014) 1-3, Cataclysm: Ultimates (2014) 1-2, Cataclysm: Ultimate Spider-Man (2014) 1, Cataclysm: Ultimate X-Men (2014) 1
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,99 Euro

Und plötzlich ist er da!
Galactus taucht auf und das ultimative Universum steht vor der Vernichtung durch den Weltenverschlinger. Als ob das alleine aber noch nicht reichen würde, taucht erneut der Gah Lak Tus-Schwarm auf und verbündet sich mit der neuen Bedrohung. Eine ultimative Gefahr entsteht, bei der sämtliche Bewohner der Erde, egal ob Mensch oder Supermensch, infiziert werden können. Der „Hunger“ breitet sich unaufhaltsam aus …

Als Autoren teilen sich diesmal der Mitbegründer des Ultimativen Universums Brian Michael Bendis und sein aktueller Staffelstabhalter Joshua Hale Fialkov die Arbeit. Leider ist das Ergebnis in diesem Band nur eine wilde Keilerei zwischen der Bedrohung und allen möglichen Helden und Schurken. Die wenigen kleinen Momente, in denen sich wirklich etwas Emotionales und tief greifendes entwickeln könnte, sind viel zu kurz und tragen leider nichts zu Handlung bei. Eine neue monumentale Klopperei mit einer interdimensionalen Bedrohung. So einfach kann man es im Grunde zusammenfassen. Wenigstens kommen kaum Längen auf, weshalb es sich recht flüssig lesen lässt.
Einen nicht unerheblichen Teil tragen hierzu natürlich die Zeichnungen bei. Mark Bagley, einer meiner Favoriten, zeigt erneut sein Talent in Doppelseitigen Splashpages und den sehr emotionalen Gesichtern der Figuren. Dennoch macht sich in einigen Panels etwas Kritik breit. Wenn Figuren innerhalb eines Panels oder einer Seite eine gewisse Größe unterschreiten, dann beschränkt sich Mark Bagley auf die grundlegenden Details, damit die Figur als solche erkennbar bleibt. Kleinere zusätzliche Details fallen dann komplett unter den Tisch. Besonders auffällig ist dies, wenn man die Zeichnungen von Dave Marquez, der aktuell den ultimativen Spider-Man zeichnet, als Vergleich heranzieht. Hier sind Figuren auch dann noch detailliert, wenn sie kleiner sind oder im Hintergrund agieren.

Der Auftakt zu Cataclysm macht durchaus Spaß und ist eigentlich genau das, was man davon erwartet. Ein weiteres Großevent, dass alles verändern wird mit viel Action und wenig Substanz. Von daher gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Und dennoch bin ich etwas unzufrieden, da mit viel zu vielen Klischees gearbeitet und zu wenig auf die Figuren eingegangen wird. Mal schauen, wie sich Band Zwei entwickelt.

Cataclysm Nr. 2 [November 2014]

Autor: Brian Michael Bendis, Joshua Hale Fialkov
Zeichner: Mark Bagley, Carmine Di Giandomenico, Alvaro Martinez, Dave Marquez
Format: Softcover
Umfang: 156 Seiten
Inhalt: Cataclysm: Ultimate X-Men (2014) 2-3, Cataclysm: Ultimate Spider-Man (2014) 2-3, Cataclysm: Ultimates (2014) 3, Cataclysm: The Ultimates‘ Last Stand (2014) 4-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,99 Euro

Um gegen Galactus zu bestehen, müssen sich sämtliche Helden und auch Schurken zusammenschließen. Dies führt dazu, dass auch der böse Reed Richards des ultimativen Universums eine zweite Chance in den Reihen der Ultimativen erhält. Doch während die Menschen versuchen aus New York zu fliehen, ohne zu wissen, dass dies eine Bedrohung des gesamten Universums ist, muss Miles, alias Spider-Man, nicht nur den Helden spielen, sondern er versucht auch gleichzeitig mit seinem Vater wieder ins Reine zu kommen, nachdem er sich ihm als Spider-Man geoutet hat. Aber gegen Galactus haben sie nur gemeinsam eine Chance, auch wenn es Verluste in den eigenen Reihen bedeutet …

Vom Prinzip her könnte ich fast das Gleiche noch einmal schreiben, was ich bereits zum ersten Band verfasst habe. Es gibt kaum merkliche Änderungen im Stil, Action und Dramatik. Sieht man einmal von Miles Beziehung zu seinem Vater ab, gibt es nichts, was die Geschichte vom ersten Band unterscheidet. Naja, außer das die Geschichte zu einem Abschluss gebracht wird, der wieder einmal alles andere als zufriedenstellend ist. Die Lösung zur Beseitigung Galactus‘ ist nicht gerade innovativ und wirft bei mir noch ganz andere Fragen auf. Nur werde ich auf diese wegen des Spoilers, weil es ja Leser geben kann, die diese Geschichte noch nicht konsumiert haben, keine Antwort geben. Wer es genau wissen will, kann mir ja eine Mail schreiben, oder mich über Facebook kontaktieren.
Auch zu den Zeichnern könnte ich mich wiederholen, aber stattdessen werde ich mich den anderen beiden Zeichnern widmen, die ich zum ersten Band sträflich vernachlässigt habe. Da wäre Alvaro Martinez, der sich um die Abenteuer des X-Teams kümmert und dieses auch gekonnt in Szene setzt. Sein Stil erinnert mich ein wenig an Travel Foreman und seine Arbeit am zweiten „Animal Man“-Band. Und dann wäre da noch Carmine Di Giandomenico für die Ultimates. Ihr Stil ist etwas gröber und kantiger, gefällt mir aber dennoch sehr gut, weil es mehr wie ein Animationsfilm wirkt und leichte Einflüsse von Barry Windsor Smith spürbar sind.

Zum Glück ist Cataclysm vorbei. Klingt hart, ist aber so. Bis auf ganz wenige Momente ist da nicht wirklich viel, was im Gedächtnis bleibt. Satte 300 Seiten, wenn man beide Bände zusammenfasst und eigentlich hätte man das Ganze auch in einem 24-Seiten-Heft abhandeln können. Okay, dann wären vermutlich nicht so viele schöne Zeichnungen dabei gewesen und die eine oder andere Schlacht wäre kürzer ausgefallen, aber es hätte siche rauch etwas mehr Spaß gemacht, wenn es gestraffter gewesen wäre. So bleibt ein typisches Bendis-Event mit viel Action und ganz wenig Substanz.

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