Asterix Review Special (42): Asterix & Obelix (Gameboy)

Nachdem im letzten Asterix Review Special mit den „Gallischen Geschichten“ ein Comicband (im weitestgehenden Sinne) an der Reihe war, wollte ich euch heute eigentlich mit der Game Gear Fassung von Asterix and the Secret Mission weiter machen, welches, wie die „Asterix“ für den Gameboy/NES und das SNES ebenfalls 1993 erschienen ist. Aber leider will mein Game Gear im Moment nicht so recht. Nach den vielen Jahren sind seine Kondensatoren ausgetrocknet, sodass ich diese erst austauschen lassen muss, bevor ich euch die dazugehörigen Spiele vorstellen kann. Stattdessen stelle ich euch heute das 1995 erschienene Gameboy-Spiel „Asterix & Obelix“ vor, und hoffe, dass ich bis zum nächsten Asterix Review Special in dem ein Videospiel an der Reihe ist, die Kondensatoren getauscht habe …

Obelix im Einsatz und Asterix bei der Einnahme des Zaubertrank. Idefix muss als Trostpflaster herhalten, wenn man alle Leben verbraucht hat.

Obelix im Einsatz und Asterix bei der Einnahme des Zaubertrank. Idefix muss als Trostpflaster herhalten, wenn man alle Leben verbraucht hat.

„Asterix & Obelix“ (im Spiel selbst erscheint merkwürdigerweise der Spieletitel nur mit dem Namen „Obélix“) erschien 1995 als zweites Plattform-Abenteuer von Infogrames mit der offiziellen Lizenz der gallischen Helden. Auch hier wurden erneut der Gameboy (das NES schon nicht mehr) und das SNES bedacht und wieder handelt es sich um zwei teils verschiedene Versionen, die nur die Grundgeschichte gemeinsam haben. Die Geschichte basiert auf den Comicalben „Asterix bei den Briten“, „Asterix bei den Schweizern“, „Asterix bei den Olympischen Spielen“, „Asterix und Kleopatra“ und „Asterix in Spanien“. 1999 wurde das Spiel nochmals überarbeitet und für den damaligen Gameboy Color erneut veröffentlicht. Hierbei wurden ein paar kleinere Änderungen eingebaut. Außerdem gibt es ein Remake der SNES-Version für den Gameboy Advance.

Die Repräsentatoren der vier Regionen.

Die Repräsentatoren der vier Regionen.

Für dieses Review habe ich zuerst einmal nur die Gameboy und die Gameboy Color-Fassung durchgespielt, weshalb ich auch nur auf diese beiden eingehen werde. Während die „normale“ Gameboy-Fassung nicht nur auf dem Gameboy (und dessen Special Editions), dem Gameboy Pocket, dem Gameboy Light, sondern auch auf den damals frisch erschienen Super Gameboy für das SNES spielbar war, kann man die Gameboy Color-Fassung nur auf eben diesem Gerät spielen. Für den Super Gameboy wurde dem Spiel sogar ein schöner Rahmen mit dem gallischen Dorf bei Nacht spendiert und die untere Infoleiste mit ein paar zusätzlichen Farben bedacht. Der Spielbildschirm selbst bleibt leider nur vierfarbig und auch die Zwischensequenzen reizen die Fähigkeiten des Super Gameboy nicht aus, was vermuten lässt, dass dieses Feature recht spät implementiert wurde.

Gameboy (Monochromdarstellung via SGB), Super Gameboy und Gameboy Color

Gameboy (Monochromdarstellung via SGB), Super Gameboy und Gameboy Color

Links: Super Gameboy
Rechts: Gameboy Color

Vielleicht hat man auch genau aus diesem Grund das Spiel für den Gameboy Color noch einmal überarbeitet. Neben einer wirklich sehr schönen Farbpalette wurde dem Spiel auch ein Passwortsystem verpasst, mit dem man den nicht unerheblichen Schwierigkeitsgrad etwas heruntergesetzt hat. Außerdem wurden dem Spiel zwei weitere Sprachen spendiert. Kam die ursprüngliche Fassung nämlich nur in Gallisch und Teutonisch (sprich Französisch und Deutsch) daher, sind es bei der 1999 erschienen Gameboy Color-Fassung zusätzlich noch Britisch und Espaniol (oder auf gut Deutsch, Englisch und Spanisch). Leider gibt es auch einen Nachteil. Die gestochen scharfe Grafik des Gameboy-Originals wich einer leicht verwaschenen Optik, die nur bedingt schön aussieht, was sich gerade bei vielen Objekten auf dem Bildschirm bemerkbar macht.

Doch nun möchte ich mich dem Spiel selbst, seiner Geschichte, Sound/Musik und dem Gameplay widmen:

Asterix & Obelix
(Gameboy/ Gameboy Color)

Eigentlich ist die Geschichte schnell erzählt…
Cäsar lässt rundherum um das Gallische Dorf eine Palisade errichten, sodass die widerspenstigen Gallier ihr Dorf nicht mehr verlassen können. Doch Asterix wettet, dass er es dennoch schafft und als Beweis will er aus jeder Ecke des besetzten Römischen Reiches ein Geschenk als Beweis mitbringen …
Das war es im Grunde auch schon und los geht es mit dem Spiel …

Die Handlung kurz zusammengefasst …

Leveldesign
Es gibt insgesamt vier „Welten“ die jeweils in vier „Level“ oder auch Abschnitte unterteilt sind. Es beginnt mit Britannien, gefolgt von Helvetien (dem heutigen Süddeutschland und der Schweizer Bergregion), bevor es dann nach Griechenland geht und schlussendlich nach Spanien.
Die einzelnen Welten mitsamt ihrer Abschnitte sind sehr liebevoll gestaltet und wissen gerade zu Beginn mit ihren detailreichen Hintergründen zu überzeugen. Leider nimmt dies zum Ende hin ab. Wie es sich für ein Jump’n’Run gehört werden dabei sämtliche klimatischen Regionen bedacht. Von den „friedlichen“ Wäldern, über wasserreiche Flachländer, durch dunkle Höhlen, geht es über die schneebedeckten Berge in die belebten Städte (wobei hier von belebt leider keine Rede sein kann), über die mit reichlichen Schiffen bekleideten Hafengebiete, hin in die kärglichen trockenen Wüstengebiete. Abwechslung wird, wie man sehen kann, groß geschrieben. Aber es zeigt sich auch, wie eingefahren die Jump’n’Run-Spiele sind. Es sind immer wieder die gleichen Gebiete, nur in leicht veränderten Varianten.

Ein paar Bilder aus den vielen Levelabschnitten

Ein paar Bilder aus den vielen Levelabschnitten

Gameplay
Das Gameplay fällt leider, genretypisch, weniger abwechslungsreich aus. Zu Beginn hat man die Wahl zwischen Obelix, oder Asterix, was aber auf den Spielverlauf keinerlei Einfluss hat. Zumeist springt oder schlägt man sich durch die diversen Gegnerhorden, die sich im zunehmenden Spielverlauf lediglich durch ihr Aussehen unterscheiden. Es gibt zwei Grundkategorien. Mit Nahkampfwaffen ausgestattete Gegner, die schnurstracks auf die Spielfigur zugelaufen kommen und mit Fernwaffen bestückte „Bösewichte“ die sich lieber in einer gewissen Distanz halten. Hinzu kommen ein paar Atserix-typische Gegner, wie die Wildschweine und die allseits beliebten Vögel (meist Krähen oder Raben). Es gibt bis auf den Sprint, keine weiteren Fähigkeiten, wie Doppelsprung, oder Ähnliches. Auch ist kein spielerischer Unterschied zwischen Asterix und Obelix auszumachen. Beide steuern sich gleich gut und direkt. Die einzige Abwechslung findet sich in den Minispielen. In Britannien wäre dies ein Rugby-Spiel, bei dem die jeweils gewählte Spielfigur sich durch die Horde anstürmender Gegner, welche abwechselnd über einen drüberspringen oder darunter hindurchtauchen. Wobei auch hier nur darauf geachtet werden muss, im rechten Moment weiterzulaufen oder zu springen. In Griechenland muss man sich einem olympischen Athleten in drei verschiedenen Disziplinen stellen. Im 100-Meter-Lauf muss die Schlagtaste möglichst schnell getriggert werden, wodurch die eigene Figur schneller läuft. Beim darauf folgenden 100-Meter-Hürdenlauf kommt noch der Sprung über die auftauchenden Hürden hinzu. Wirklich schwierig wird es beim Speer werfen. Auch hier wird durch Triggern des Schlagknopfes Anlauf genommen und dann im richtigen Moment und Winkel der Speer geworfen. Ein dem 100-Meter-Lauf ähnliches Minispiel erwartet den Spieler noch einmal in der spanischen Stierarena, wo er einem wütenden Stier davonlaufen muss, der dann gegen die Mauer rennt …
Die Steuerung ist während des ganzen Spiels sehr direkt, und sobald man sich an die Belegung der Buttons gewöhnt hat, die man leider nicht frei konfigurieren kann, geht alles leicht von der Hand.

Die Gegner wiederholen sich ...

Die Gegner wiederholen sich … (Beispiele aus den vier Regionen)

Grafik/Sound
Die Grafik und auch der Sound sind Gameboytypisch. Die Animationen sind für die damaligen Verhältnisse sehr detailliert und hübsch anzusehen, fallen mit ein paar wenigen Sprites in den Abläufen, nicht gerade weich aus. Gleiches gilt für die Hintergründe, in denen glücklicherweise, wie beim ersten Asterix-Spiel für den Gameboy, parallaxes Scrolling Anwendung findet, was wenigstens ein gewisses Maß an Tiefenwirkung erzeugt.
Auch der Sound fällt nicht sonderlich auf. Weder positiv, noch negativ. Er dudelt gemächlich vor sich hin und wird gelegentlich durch die Schlaglaute der vermöbelten Gegner unterbrochen. Musikalisch wird auch nur Durchschnittsware geboten, wie es sie damals tausendfach auf dem kleinen grauen Kekskasten gab.

Drei Minispiele sorgen für

Drei Minispiele sorgen für „Abwechslung“

Als Asterix-Fan hat man jetzt also die Qual der Wahl. Ich persönlich würde zur Gameboy Color-Fassung tendieren, da sie optisch etwas besser aussieht, wenngleich die schönere Farbpalette doch sehr zugunsten Spielbarkeit geht, was sich vor allem durch gelegentliche Slowdowns und Ruckeln bemerkbar macht. Doch im Großen und Ganzen kann man damit leben, da hier die Vorteile überwiegen. Wer es aber wirklich klassisch möchte, der greift zur originalen Gameboy-Version und verzichtet auch auf den Einsatz des Super Gameboys, da es hier nicht wirklich schöner oder spielbarer wird. Im Gegenteil. Das in die Breite gezogene Bild verschafft nicht mehr Überblick und auch die Spielgeschwindigkeit schwankt stark, was sich wieder in einer ungenaueren Kontrolle über die Spielfigur niederschlägt.
Trotz der angebrachten Kritikpunkte bleibt immer noch ein passables Jump’n’Run-Spiel, welches aber mit einer Spielzeit von unter einer Stunde nicht gerade üppig ausfällt. Kurzweiligen Spaß verspricht es aber dennoch.

Copyright aller verwendeten Bilder © 1995-2016 Les Editions Albert Rene / Goscinny Uderzo / Infogrames
Copyright des eingebetteten Videos © 2010-2016 World of Longplays (www.longplays.org)

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Die bisherigen Review-Specials:

  1. Asterix der Gallier
  2. Die goldene Sichel
  3. Asterix und die Goten
  4. Asterix als Gladiator
  5. Tour de France
  6. Asterix und Kleopatra
  7. Der Kampf der Häuptlinge
  8. Asterix bei den Briten
  9. Asterix und die Normannen
  10. Asterix als Legionär
  11. Asterix und der Avernerschild
  12. Asterix bei den Olympischen Spielen
  13. Asterix und der Kupferkessel
  14. Asterix in Spanien
  15. Streit um Asterix
  16. Asterix bei den Schweizern
  17. Die Trabantenstadt
  18. Die Lorbeeren des Cäsar
  19. Der Seher
  20. Asterix auf Korsika
  21. Das Geschenk Cäsars
  22. Die grosse Überfahrt
  23. Obelix GmbH & Co. KG
  24. Asterix bei den Belgiern
  25. Der grosse Graben
  26. Die Odyssee
  27. Der Sohn des Asterix
  28. Asterix im Morgenland
  29. Asterix und Maestria
  30. Obelix auf Kreuzfahrt
  31. Asterix und Latraviata
  32. Asterix plaudert aus der Schule
  33. Gallien in Gefahr
  34. Asterix & Obelix feiern Geburtstag
  35. Asterix & Friends (Browsergame)
  36. Asterix der Gallier (Film)
  37. Asterix (Gameboy/NES)
  38. Asterix in Novaesium
  39. Asterix und Kleopatra (Film)
  40. Asterix (SNES)
  41. Gallische Geschichten mit Asterix und Obelix
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