Fight Club 2 Band Nr. 1: Tyler Durden lebt [Splitter, Dezember 2015]

Es ist noch nicht lange her, da habe ich euch mit dem Review zum Gratis Comic Tag-Heft von Fightclub 2 erfreut. Schon zu diesem Zeitpunkt war ich angenehm von der Comicfortsetzung zum gleichnamigen Film überrascht und so habe ich zügig Splitter kontaktiert und nach einem Rezensionsexemplar gefragt. Das Ergebnis dieser Anfrage seht ihr nun in diesem Review …

Fight Club 2 Band Nr. 1: Tyler Durden lebt

15 Jahre ist es her, dass Tyler Durden „starb“. Inzwischen ist „Sebastian“, wie er sich heute nennt, ein ganz normaler Vater und Ehemann. Seine Ehe mit Marla verläuft vollkommen ereignislos, was Marla inzwischen überhaupt nicht mehr gefällt. Sie will Tyler zurück und greift dafür zu radikalen Mitteln. Sie manipuliert Sebastians Tabletten und hofft, dass Tyler so endlich zurückkehrt. Doch Marla spielt mit dem Feuer, denn plötzlich wird ihr gemeinsamer Sohn entführt und es scheint, als könnte Tyler dahinter stecken …

Neben der Kurzgeschichte im Gratis Comic Tag-Heft gab es bereits eine kurze Preview aus diesem Band zu lesen. Hier geht die Geschichte nun weiter und bleibt dabei vor allem einem treu. Dem Fight Club. Die Vielschichtigkeit des Films und dessen Komplexität setzen sich auch hier mühelos fort und als Kenner des Filmes fühlt man sich sofort wohl. Alle bekannten und „lieb“gewonnenen Figuren finden sich wieder ein, um die Handlung des Filmes weiterzuführen, ohne mit dessen Ende zu brechen. Das ist natürlich nur möglich, wenn man sich als Autor mit seinen geschaffenen Figuren derart verbunden fühlt, dass sie nicht einfach nur eine Geschichte erzählen, sondern „leben“! Um dies zu erreichen, zeigt Chuck Palahniuk all sein Talent auf und schickt Marla, Tyler und „Sebastian“ in ein neues albtraumhaftes Verwirrspiel mit der menschlichen Psyche. Dabei scheut er erneut nicht davor zurück, Gewalt als ein stark überzeichnetes Stilmittel einzusetzen und nutzt hierbei die neuen Möglichkeiten, die ihm das Medium Comic bietet, auch zu großen Teilen aus.

Ohne die ausdrucksstarken Zeichnungen von Cameron Stewart und das teils psychedlische Farbspiel von Dave Stewart wäre dies allerdings nur die halbe Miete. Neben der extrem überzeichneten Gewalt, nutzt Stewart ein weiteres Mittel, um die sogenannte vierte Wand, zwischen dem Medium Comic und dem Leser, anzukratzen. Immer wieder platziert er Gegenstände, wie Pillen, Tabletten oder Rosenblätter, die derart realistisch gezeichnet sind, um Gesichter und Teile der Comicpanels und Texte zu verdecken. Stellenweise so unsagbar realistisch, dass man sich schon fast dabei ertappt, die Dinge beiseite nehmen zu wollen, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Denn diese machen durchaus Sinn und scheinen elementare Momente, Mimiken oder auch Textfragmente zu verdecken, um ein bestimmtes Mysterium zu erzeugen. In einigen Momenten kann man zwar durchaus erahnen, wie es „hinter“ diesen Elementen „weitergeht“ aber das sind nur Mutmaßungen und bleiben so dem Leser überlassen.

In diesem ersten Band, der auf zwei Ausgaben angelegten „Miniserie“ werden vor allem viele Fragen aufgeworfen. Fragen über die weitere Entwicklung der Ehe zwischen Marla und Sebastian. Fragen über den Verbleib des gemeinsamen Kindes. Fragen darüber, wie es jetzt mit Tyler weitergeht, der sich offenbar immer weiter, Stück für Stück an die Oberfläche zu kämpfen scheint, um seinen alten Platz in der Rangliste wieder einzunehmen. Vor allem aber die Frage, wie sehr sich Menschen durch Ereignisse verändern können, werden und vielleicht sogar müssen. Wer die Chance hat, sollte sich nach Möglichkeit den seit dem 01. August erhältlichen zweiten Band gleich dazu kaufen, da es zum Ende des ersten Bandes einen bösen Cliffhanger gibt, der es fast schon unabdingbar macht, wissen zu müssen, wie es weitergeht. Fight Club 2 ist nicht nur, aber gerade für Fans des Filmes ein absolutes Muss, dessen Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann und eigentlich auch nicht sollte. Immerhin ist es eine mehr als würdige Fortsetzung!

Copyright aller verwendeten Bilder © 2015-2016 Dark Horse Books / Splitter Verlag

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