Marvel Comic Klassiker (7): Wolverine Nr. 3 – Ein Mann namens Patch [Feest, Juli 1993]

Eigentlich sollte die Wolverine-Albumreihe von Feest, damals mehr als nur drei Ausgaben umfassen. Aber obwohl die vorliegende Ausgabe keinen Abschluss enthält, kam danach nichts mehr innerhalb dieses Verlages. Die ersten vier Ausgaben der zweiten US-Wolverine-Serie ließen den Leser damals etwas fragend zurück. Diese und weitere Fragen wurden erst viele Jahre später bei Marvel Deutschland/Panini mit der zweibändigen Collection im Schuber beantwortet, die neben den ersten 10 „Marvel Comics Presents“-Ausgaben auch die ersten 16 Hefte der zweiten Wolverine-Serie beinhaltet. Doch heute möchte ich mich in diesem Marvel Comic Klassiker, den ersten vier Ausgaben jener Serie und Wolverines Abenteuer in Madripoor widmen, welches er unter dem Decknamen Patch bestritt …

Wolverine Nr. 3: Ein Mann namens Patch
[US-Wolverine (Vol. 2) #1-4]

Die Entführung einer Passagiermaschine auf der kleinen entlegenen indonesischen Insel Telembang ruft Wolverine auf den Plan. Immerhin war neben den 180 Passagieren und 21 Crewmitgliedern auch ein alter Bekannter von Logan, Kojima Noburo, mit an Bord. Ihn will der eigenbrötlerische X-Men befreien. Was Wolverine jedoch nicht weiß ist, dass ihn dieses Abenteuer auch nach Madripoor führen wird, wo er neben Lindsay McCabe auch ihrer verschwundene Freundin Jessica Drew begegnen soll. Allerdings dürfen die Beiden nicht wissen, dass Wolverine noch lebt und so verkleidet er sich mit einer Augenklappe und dem Namen Patch, um ihr bei der Suche zu helfen. So richtig schwierig wird es aber, als Logan herausfindet, dass die „Schwarze Klinge“ für viel Ärger sorgt und auch der Silver Samurai irgendwie darin verwickelt ist …

Auch Wolverine wird zum Opfer der schwarzen Klinge …

X-Men-Altmeister Chis Claremont schickte sich an, nach der Hauptserie „Uncanny X-Men“ auch Wolverine in ebenso sagenhaften Abenteuern zu verewigen. Während Claremont bei den X-Men jedoch vor allem auf die soziale Komponente setzt und vor allem die zwischenmenschliche Komponente einen sehr hohen Stellenwert besitzt, funktioniert dies bei Wolverine nicht ganz so gut. Stattdessen gibt es ein fast schon typisches Soloabenteuer eines Helden, der dennoch kein typischer Held ist. Nur leider bleiben Logans Psyche und sein zwiespältiger Charakter vollkommen oberflächlich und unwichtig. Vielmehr versucht Claremont eine Mischung aus Superheldencomic und Krimi, was in meinen Augen leider nur bedingt funktioniert. Schon damals gab es weitaus bessere Geschichten mit dem kleinen, aber kraft- und geheimnisvollen Kanadier mit dem unverwüstliche Körper. Die Nutzung von Orten wie Madripoor, die inzwischen auch einen hohen Stellenwert in Logans Vergangenheit eingenommen haben, verbessert die Geschichte nicht wirklich.

Der erste Auftritt von Bloodsport und Roundhouse und als Gast Karma von den New Mutants

Auch für die visuelle Umsetzung sind große Namen der Comicgeschichte im Team vertreten. Neben John Buscema, der für die Vorzeichnungen verantwortlich ist, kümmern sich Al Williamson und Klaus Janson um die Tuschezeichnungen, während Glynis Oliver die Farben auswählt. Man sieht also, dass sich Marvel mehr Gedanken um das Team zum Start von Wolverines neuester eigener Serie machte, als wirklich auf eine gute Geschichte zu setzen. Und so sieht Wolverine, seine Mitstreiter und auch die Szenerien nicht schlecht aus. Im Gegenteil. Optisch kann der band mich auf voller Linie überzeugen, auch wenn es sich streng genommen um typisches Material aus den sich dem Ende neigenden 80er Jahren handelt. Wie auch schon bei den bisherigen Veröffentlichungen von Feest, wurden die Titel der Geschichten im Original belassen, was dem Spaß jedoch keinen Abbruch tut. Lediglich das Handlettering erschwert gelegentlich den Lesefluss, sieht aber dafür wesentlich authentischer aus, als alle anderen Letterings der damaligen Zeit.

Manche Panels wirken, als hätte Big John keine Lust gehabt.

Im Grunde ist „Ein Mann namens Patch“ keine schlechte Geschichte. Immerhin gibt es einiges an Action und Dramatik. Aber dennoch bleibt eine eher nebensächliche Storyline, die, zumindest innerhalb der hier abgedruckten ersten vier Ausgaben, mich nicht vollends überzeugen kann. Vielleicht war auch dies der Grund, weshalb die Reihe nicht weitergeführt wurde. Aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits. Solltet ihr dennoch Interesse an diesem und den anderen beiden Bänden der Reihe haben, solltet ihr die üblichen Marktplätze, Ebay und Trödelmärkte absuchen. Preise von 2 bis 10 Euro je Band sind möglich, gemessen am Zustand. Aber es gibt auch Komplettangebote ab 10 Euro aufwärts.

Freund oder Feind…!?

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