Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Nr. XL: Daredevil – Zum Abschuss freigegeben [Hachette, März 2016]

Im heutigen Review zur offiziellen Marvel-Comics-Sammlung widme ich mich einem wahren Klassiker. Die ersten Ausgaben von Frank Millers Run an Daredevil. Auch wenn ich selbst immer noch der Meinung bin, dass Ann Nocentis Run Ein Kopfgeld auf den ein Stück weit besser und Miller einfach nur etwas overhyped ist, muss ich anerkennen, dass Nocenti bestimmt nicht so gut gewesen wäre, wenn Miller vorher nicht ein paar Veränderungen eingeführt hätte, für die er aber dennoch nicht alleine verantwortlich ist. Aber ich greife dem Review vor …

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Nr. XL:
Daredevil – Zum Abschuss freigegeben

Matt Murdock, alias Daredevil, hat es im Moment wirklich nicht leicht. Zwischen ihm und Natasha Romanov ist es nicht mehr das Gleiche und auch mit Heather Glenn ist es ziemlich kompliziert. Und dann wäre da noch Ben Urich, der Matt und seinem Geheimnis um die zweite Identität als Daredevil, immer näher kommt. Als würde das alles schon nicht reichen wären da noch ein Auftragskiller, Bullseye, der Hulk, Dr. Octopus und ein paar vom Leben enttäuschte Menschen, die nun auf Rache sinnen. Doch Daredevil weiß sich zu helfen, und als Matt Murdock hat er Freunde, die jederzeit zu ihm stehen. Aber manche Dinge muss man, auch als Held ohne Furcht, alleine durchstehen …

Ein Kopfgeld auf den Mann ohne Furcht …

Die ersten Ausgaben, mit denen Frank Miller das Leben von Matthew Michael Murdock. Doch wie bereits in der Einleitung erwähnt, gebührt dieses Lob nicht Miller alleine. Denn genaugenommen war Miller in den ersten acht Ausgaben „nur“ der Zeichner und hat erst in den letzten drei Kapiteln dieses Bandes Roger McKenzie und David Michelinie als Autor unter die Arme gegriffen. Auch optisch unterscheidet sich Miller zu Beginn der Ausgabe nicht außerordentlich von anderen Künstlern jener Zeit, entwickelt sich aber rasant weiter, innerhalb weniger Hefte.
Doch nun möchte ich zu den Miller zugesprochenen Änderungen an Daredevil zurückkommen. Denn viele dieser Eigenschaften hat bereits Roger McKenzie begonnen einzuführen und Miller hat dann McKenzies Plot einfach fortgesetzt. Es ist nicht so, dass mir diese Änderungen an Daredevil missfallen, im Gegenteil, ich finde sehr gut, was damals aus Daredevil entstand. Er wurde weniger der typische Superheld, als mehr ein düsterer heimlicher Rächer all jener Menschen, die sich selbst nicht zu helfen wussten. Und das mehr als nur auf der Superheldenebene. Denn auch das Privatleben von Matt Murdock wurde danach düsterer und komplizierter. Miller, McKennzie, Nocenti und viele danach, machten Matts Welt so düster und geheimnisvoll wie seine Sehkraft, wodurch Daredevil noch besser in die dunklen 90er Jahre, das Dark Age der Comics passte.

Ben offenbart Matt sein gesamtes Wissen über Daredevil

Immerhin waren die 90er Jahre ein allgemein düsteres Comiczeitalter. Nach dem Golden Age in den fünziger und sechziger Jahren und dem Silver Age in den Siebzigern bis in die frühen Achtziger hinein, waren Comics nun auf dem Weg, weg vom Image eines kunterbunten Kinderbildchenheftes und mehr hin zur Lektüre für junge Erwachsene, was sich sowohl in den Geschichten, als auch den Zeichnungen niederschlug. Und sicherlich war auch Millers Daredevil, genau wie sein The Dark Knight Returns ein Grund dafür gewesen. Dennoch ist diese frühe Sammlung an Millers Arbeiten noch meilenweit von der visuellen Kraft eines Dark Knight Returns entfernt. Und gerade die ersten Kapitel sind noch so austauschbar, wie einer von Marvels Team der Tausend Zeichner. Doch schon in den späteren Teilen beginnt Miller mit seinem bekannten Spiel mit Licht und Schatten und dem stetig wechselnden Panelaufbau, der alleine durch die Anordnung und unterschiedlichen Größen eine neue Lesedynamik mit sich brachte.

Typisch Miller. Viel Schwarz und Dynamik

Trotz der angebrachten Kritik und des meiner Meinung nach viel zu großen Hypes um Frank Miller ist der Band ein Meisterwerk und sollte in jeder gut sortierten Comicsammlung enthalten sein. Immerhin wurde hier aus einem einfachen Superheldencomic etwas Neues und Komplexeres geschaffen, was auch die Comicwelt veränderte und Frank Miller binnen kürzester Zeit zu einem weltbekannten Künstler. Doch mit diesem Band hatte Miller (und auch McKenzie) nur die Saat gelegt, aus der wenig später auch Elektra erwuchs. Doch diesem Epos, habe ich mich bereits zu Beginn des Blogs in einer anderen Form gewidmet.

Foggy und die Hochzeit …

Copyright aller verwendeten Bilder © 1979-2016 Marvel & Subs. / Hachette Collections SNC / Panini

INFO:

Titel: Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Nr. XL: Daredevil – Zum Abschuss freigegeben
Verlag: Hachette Collections SNC
Inhalt: US-Daredevil (1964) 158-161 & 163-167
Umfang: 188 Seiten
Format: Hardcover
Autor: Roger McKenzie, David Michelinie, Frank Miller
Zeichner: Frank Miller

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