Dominiks Reisetagebuch (5): Safari Tour in Kenya und Urlaub in Sansibar/Tansania (Januar/Februar 2016)

Willkommen in Afrika

Willkommen in Afrika

Dominik_AVAVom 22.01.2016 bis zum 06.02.2016 haben eine gute Freundin aus Nürnberg und ich an einer Abenteuer Safari Tour in Kenya mit anschließendem Erholungsurlaub auf Sansibar in Tansania teilgenommen.
In Kenya waren wir eine bunt gemischte 8er-Gruppe (aufgeteilt auf zwei Safari Jeeps) und in Sansibar haben wir die Insel auf eigene Faust erkundet.
7 Tage in Kenya, die Safari Tour war atemberaubend, aber auch sehr anstrengend. Über 2500 Kilometer haben wir insgesamt an Strecke auf dieser Reise zurückgelegt. Jeden Tag ging es bereits um 7.00 Uhr am Morgen in der Früh auf Safari Tour. An einem Tag sind wir bereits um 6.00 Uhr abgefahren. Gegen Abend sind wir dann jeweils am neuen Ort in Kenya angekommen. Das Wetter war durchgehend über 30.00 Grad. Für mich genau die richtige Temperatur. Regen und Wolken hatten wir auf unserer Reise nur geringfügig.
Zu Beginn dieses Berichtes möchte ich mit folgendem Video aufmerksam machen.
Dieses Video präsentiert in sehr schönen Bildern (und Musik, Edited by Lindsey Stirling) einen guten Eindruck über Kenya.
Vieles davon haben wir in ähnlicher Weise auch gesehen.

Der geneigte Besucher dieser Länder sollte auf seiner Reise nicht vergessen, dass Kenya und Tansania sehr arme Länder sind.
Laut Spiegel befindet sich Kenya auf Platz 146 der ärmsten Länder der Welt.
Tansania auf Platz 160.
Zum Vergleich der ärmsten Länder der Welt befindet sich Deutschland auf Platz 18 und Norwegen auf Platz 1.
Insgesamt wurden 175 Länder verglichen.
(Quelle: Ranking: Die ärmsten und die reichsten Länder der Welt – Spiegel)

Steckbrief Kenya
Amtssprache: Englisch, Suaheli
Einwohner: 44 Mio.
Fläche: 582646 qkm.
Hauptstadt: Nairobi, 3,1 Mio. Einwohner
Religion: 80% Christen, 10% Muslime
Staatsform: Präsidialrepublik
Verwaltung: 47 Regionen
Währung: Kenianischer Schilling (KSh)
Nachbarländer: Äthiopien, Somalia, Sudan, Tansania, Uganda

Steckbrief Tansania
Amtssprache:
 Suaheli, Englisch
Einwohner:  45 Mio.
Fläche:   945087 qkm. (davon Sansibar 2644 qkm.)
Hauptstadt:   Dodoma, 2 Mio. Einwohner
Religion:   35 % Muslime (99% auf Sansibar), 30% Christen
Staatsform: Präsidialdemokratie
Verwaltung: 26 Regionen
Währung:  Tansanischer Schilling (TSh)
Nachbarländer: Burundi, Kongo (Dem. Republik) Kenya, Malawi, Mosambik, Ruanda, Uganda und Sambia

Vorbereitungen für die Reise

Ein gültiger Reisepass ist selbstverständlich.
Ein Touristenvisum erhält man umgehend am Flughafen beider Länder.
In Kenya kostet die Gebühr am Flughafen rund 50 Dollar.
In Tansania kostet die Gebühr ebenfalls ungefähr 50 Dollar. Hier scheint es mir jedoch wichtig zu erzählen, dass für die Einreise NUR Kreditkarte (Master/Visa Card, ausdrücklich kein Bargeld) akzeptiert worden ist. Bei der Ausreise zahlt der Besucher nur in Tansania noch mal erneut rund 45 Euro am Flughafen!
In Tansania am Flughafen wird der Impfausweis auf Gelbfieber kontrolliert. Wir kamen von Kenya nach Tansania und sind entsprechend kontrolliert worden.
Eine Gelbfieber Impfung ist entsprechend Pflicht.

Weiterhin sollte sich der Besucher in Kenya bezüglich Malaria gut informieren.
In Kenya besteht ganzjährig ein Hohes Malaria Risiko!

Für weitere Einreisebestimmungen empfiehlt sich jedoch die Seite des Auswärtigen Amt.

Eine der gefährlichsten Straßen der Welt

Eine der gefährlichsten Straßen der Welt

7 Tage Rundreise in Kenya

22.01.2016: Abflug von Frankfurt mit Condor Airlines um 20.05 Uhr
23.01.2016: Ankunft in Mombasa (Kenya) um 09.40 Uhr.

Nach nur wenig Schlaf im Flieger sind wir auch direkt von unserem Reiseführer und Fahrer abgeholt worden und haben die ersten 280 Kilometer entlang Mombasa zur ersten Safari Unterkunft in Tsavo-West gemacht.
Die Fahrt dorthin ist atemberaubend!
Die Hauptstraße zwischen Mombasa und Nairobi (ca. 490 km. lang) zählt laut Galileo zu einer der gefährlichsten Straßen der Welt.
Ja hier poste ich mal ein Video, was vielleicht nicht ganz so gut hier hinpasst, aber was macht das schon.

Diese Strecke sind wir auf der gesamten Reise mehrmals immer wieder gefahren.
Dieser Fahrstil ist jedoch nur der Anfang der Krönung. Die Safari Touren sind viel verrückter, wenn der Fahrer mit rund 80 km/h die holprigsten Sand und Schotterstraßen entlangfährt.
Das dabei mal ein Reifen platzt, der Fahrer leicht von der Fahrbahn abkommt, stecken bleibt in einem etwas tieferen Schlammloch oder ähnliches, das kommt schon mal vor.
Eigentlich hatten wir eine Safari Tour gebucht und keine Rally Dakar 😉
Nun, ich fand es trotzdem ziemlich aufregend.

Das Wort Safari stammt aus dem arabischen Raum und bedeutet in der Sprache Suaheli „Reise“.
Bei einer Safari geht es darum, wilde Tiere zu beobachten, möglichst nah heranzukommen und diese zu fotografieren.
Über Funkverkehr tauschen sich die einzelnen Fahrer in den jeweiligen Nationalparks aus, welches Tier sie gerade gesichtet haben.
Für „besondere“ Tiere, wie zum Beispiel ein Nashorn, ein männlicher Löwe, ein Gepard oder auch Leopard, geben die Fahrer entsprechend Gas und rasen wie verrückt zu der gesichteten Stelle dieses Tieres.
Im Stehen bedeutet dies: Genießen sie den frischen Fahrtwind und halten sie sich gut fest, es könnte etwas holprig werden.  😉

Safari Tour - Giraffe

Safari Tour – Giraffe

Im Folgenden nun die einzelnen Nationalparks, welche wir besucht haben auf unserer 7-tägigen Safari Tour.

Den ersten Tag haben wir im Tsavo-West-Nationalpark verbracht.
Dort haben wir erstmalig unsere sechs Mitreisenden kennengelernt.
Mit zwei Safari Jeeps sind wir umgehend auf Safari Tour.
Das Dach des Jeeps lässt sich öffnen und der „Tourist“ kann im Stehen die Fahrt (man bedenke, wenn ein besonderes Tier über Funk gesichtet worden ist, kann der Fahrer bis zu 80 km/h Gas geben) bzw. die Safari genießen. Netterweise hat der Jeep Steckdosen und WLAN als besonderes Gimmick für die Besucher mit an Bord.
4 Leute pro Jeep. Genügend Platz, um sich relativ frei zu bewegen in dem Auto.
Landschaftlich ist Tsavo-West sehr vielfältig, recht hügelig, bergig und auch feucht. In der Ebene gibt es zahlreiche Vulkankegel. Im nördlichen Teil von Tsavo-West dominieren Savannen mit vereinzelten Bäumen.
Immer wieder prägen einzelne Felsen und Felskämme die Landschaft.
Es gibt in diesem Park ein umzäuntes Gebiet (nennt sich „Rhino sanctuary“, welches unter dem Schutz des Kenya Wildlife Service – KWS steht), welches einige der letzten Spitzmaulnashörner der Region beherbergen soll. Leider haben wir keines zu Gesicht bekommen, trotz intensivster Suche.
Der südliche Teil von Tsavo-West besteht zum größten Teil aus offenen Grassavannen.
Tsavo-West bietet eine sehr artenreiche Tierwelt, jedoch aufgrund der dichten Vegetation ist es oftmals sehr schwierig, einige Tiere auszumachen.

Ein Löwe im Gras

Ein Löwe im Gras

Kennt jemand der Leser den Film „Der Geist und die Dunkelheit“ mit Michael Douglas?
Der Film stammt aus dem Jahre 1996.
Als Menschenfresser von Tsavo wurden zwei Löwen bekannt, damals als die Eisenbahnstrecke im Jahre 1898 gebaut worden ist. Die Bauarbeiter wurden bedroht, neueren Recherchen zufolge sollen ungefähr 35 Bahnarbeiter den Löwen zum Opfer gefallen sein. Als Buch gibt es diese Geschichte dazu von John Henry Patterson.

Wenn man eine Safari macht, ist man geneigt, die Big Five zu schaffen.

Zu den schönen Big Five gehören folgende Tiere, die man möglichst gesehen haben sollte:

– Elefant
– Nashorn
– Löwe (weiblich und männlich)
– Büffel
– Leopard

Müssen es den immer nur die schönsten Tiere sein?
Natürlich gibt es auch eine Liste der Big Five mit den „hässlichsten Tieren“, die man möglichst gesehen haben sollte:

– Warzenschwein
– Marabustorch
– Geier
– Hyäne
– Gnu
Manchmal wird anstatt Geier auch ein Nilpferd erwähnt.

Safari Tour - Elefant

Safari Tour – Elefant

Jedenfalls haben wir alle dieser Tiere gesehen, außer leider ein Nashorn!
Selbstverständlich gibt es viele weitere interessante Tiere zu sehen und zu beobachten als nur diese Big Five.
Giraffen sind wahrlich schön anzusehen.
Auch die vielen bunten Vögel und sogar die Termitenhügel haben mich fasziniert.
Mehrere Jahre kann es dauern, bis ein Termitenhügel richtig groß geworden ist, und unterhalb des Hügels befinden sich sehr viele komplizierte labyrinthartige Gänge, die von Luftschächten durchzogen werden.

Am nächsten Tag sind wir weitergefahren nach Nairobi.
Dort haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht gegen Abend und uns vorher eine äußerst fleischvolle Mahlzeit in einem Restaurant (Carnivore Restaurant) gegönnt.
So viel Fleisch habe ich selten gegessen am Stück hintereinander weg ;).
Ebenfalls an diesem Tag haben wir uns das Karen Blixen Museum nahe Nairobi angeschaut.
Kennt jemand der Leser die biografische Geschichte von Karen Blixen zufällig?
Im ehemaligen Wohnhaus der dänischen Schriftstellerin befindet sich die Ausstellung von Karen Blixen.
Universal Films nahm sich der Story rund um Karen Blixen an und verfilmte ihre Biografie mit dem Titel Jenseits von Afrika.
In Nairobi selbst haben wir unter anderem die Innenstadt befahren und uns auf einer Aussichtsplattform einen schönen Überblick verschaffen können.
Ebenfalls haben wir einen geringfügigen Eindruck des größten Slums von Ostafrika bekommen. Kibera nennt sich dieser Ort.

Nairobi

Nairobi

Am darauffolgenden Tag sind wir nach Masai Mara gefahren.
Bis zum fünften Tag der Reise haben wir dort intensivste Safari Touren gemacht.
Unter anderem haben wir ein Dorf der einheimischen Masai besucht.
Anzumerken ist hierbei jedoch, dass der geneigte Besucher zwischen echten Masai und touristisch aufgemachten Masai Dörfern zu unterscheiden weiß.
Ich gehe mal davon aus, dass wir eine gute Mischung aus beidem kennengelernt haben.
Ebenfalls kursieren verschiedene Preise für verschiedene Artikel, Souvenirs, Ausflüge etc.
Handeln ist entsprechend wichtig. Den verlangten Preis kann man mitunter immer um die Hälfte reduzieren, wenn nicht sogar um einiges mehr.
Selten habe ich Freude am Handeln gehabt. Verkäufer und Käufer können von diesem Geschäft profitieren.
Der Besuch des Masai Dorfes hat mir sehr gut gefallen.
Viele interessante Eindrücke habe ich hier bekommen.
Die Masai sind eine ostafrikanische Volksgruppe.

Me and the Masai

Me and the Masai

Auch wenn ihr Bevölkerungsanteil sehr gering ist, scheinen die Masai weitgehend bekannt zu sein.
Das kann zum einen an ihrer halbnomadischen Lebensweise, ihrer auffallenden Kleidung oder aber auch an der Nähe ihrer Wohngebiete zu den Nationalparks liegen.
Die Masai sind mit Sicherheit eine kulturell sehr interessante Bevölkerungsschicht, die man so nicht unbedingt kennt.
Als Viehhirten und Krieger sind die Masai bekannt. Die vielen Nationalparks schränken die Bewegungsfreiheit der traditionellen Masai ein. Die nomadische Lebensweise der Masai wird unter anderem auch durch die zunehmende Zersiedelung in Kenia erschwert.
Ein guter Masai hat mitunter mehr als 50 Rinder. Die Kultur der Masai dreht sich um Rinder. Es wird Rinderblut mit Milch vermischt und daraus Nahrung und Flüssigkeit hergestellt. Das Rind wird für diese Art von Blutgewinnung jedoch nicht getötet oder gar gefährlich verletzt, ganz im Gegenteil!
Die Hütten der Masai bestehen aus getrocknetem Kuhdung.
Tiere und Menschen leben hier im Einklang dicht miteinander.
Rund um die Hütten, in denen Kinder, Kleintiere und Erwachsene Leben, wird eine Dornenhecke gezogen. Hier finden am Abend die vielen Rinder, Schafe und Ziegen ihren Schutz vor der Dunkelheit.
Ein Masai ernährt sich größtenteils von dem Fleisch ihrer Schafe und Ziegen.
Selten gehen Masai auf die Jagd.

Bei den Masai zu Besuch im Dorf

Bei den Masai zu Besuch im Dorf

An einem dieser Safari Tage konnten wir mitbekommen, wie es möglich ist, in einem Schlammloch stecken zu bleiben.
Es hat ein wenig gedauert, bis der Jeep herausgezogen werden konnte.
Lunch haben wir gegen Mittag in der Steppe unter einem typischen afrikanischen Baum zu uns genommen, mitten in der Pampa.
Viele Tiere haben wir an diesem Tag gesehen.
Elefanten, Giraffen, Leoparden, Geparden, Löwen, Nilpferde und Krokodile im Fluss und noch viele Tiere mehr.
Je näher man es schafft an eines dieser Tiere heranzukommen, umso aufregender und schöner werden die Fotos.
Absolut kein Vergleich mit einem Zoo. Immerhin sind die Tiere mitunter an fahrende Autos gewöhnt, dennoch sind es wild lebende Tiere!

Am fünften Tag sind wir weiter zum Naivasha See gefahren und haben dort mitten in der prallen Mittagssonne eine Bootstour gemacht.
Hier haben wir Nilpferde aus nächster Nähe beobachten können, wie diese immer wieder auf und abtauchen, während sie sich fortbewegen.
Rund um diesen See gibt es sehr viele Vögel (über 300 Vogelarten, Ibisse, Marabus, Pelikane, Schreiseeadler, Komorane etc.) zu entdecken.
Ebenfalls rund um den See laufen Giraffen, Antilopen, Flusspferde, Gnus und Zebras umher.

Pure Hitze am Naivashasee

Pure Hitze am Naivashasee

Am Abend hatten wir mitunter eine der coolsten und auch teuersten Unterkünfte unserer Reise.
So eine coole Lodge hatte ich noch nie zuvor gehabt.
Man stelle sich quasi ein Hauptgebäude mit Pool und Restaurant vor. Allein dieses ist schon riesig.
Die einzelnen Häuser sind quasi um den großen Garten gebaut.
In diesem Garten befinden sich Zebra, Büffel, Giraffen und andere Tiere. So kommen am Abend die Nilpferde zum Schlafen in diesen Garten.
Ein Security Man begleitet jeweils die Besucher, wenn es dunkel wird zu ihren Unterkünften bzw. zum Restaurant. Am Tag jedoch ist es möglich, auf eigene Gefahr diesen besonderen Garten zu durchlaufen.
Natürlich schlendere ich zu den Zebras, den Springböcken und den Giraffen. So was hatte ich noch nie, wir machen unsere Haustür auf und 5 Giraffen laufen vor unserer Unterkunft vorbei! Das war mitunter wirklich Irre! Es ist aber auch schon ein mulmiges Gefühl, wenn man mit einem weißen T-Shirt (welches eine größere gerötete Fläche hatte) durch diesen Garten läuft, ein Springbock mich die ganze Zeit penetrant beobachtet, später auch aufsteht und mit den Füßen über den Boden kratzt und letztendlich noch „Angriffsgeräusche???“ von sich gibt ;).
Am Abend konnten wir den Nilpferden mithilfe des Security Man sehr nahe kommen. Hochinteressant dieser Tag.

Am nächsten Tag sind wir nahe der Grenze zu Tansania in den Amboseli Nationalpark mit Sicht auf den Kilimanjaro gefahren.
Die Straßenzustände lassen teilweise sehr zu wünschen übrig. So holprige Straßen hatten wir bisher noch nicht gehabt.
Wenn eine Strecke schlecht befahrbar ist, heißt das aber noch lange nicht, dass man sie nicht befahren kann. Es geht immer noch schlechter als schlecht und noch viel schlechter als „schlecht schlecht schlecht“ ;).
60 Kilometer Massage nennt unser Fahrer diese Strecke, natürlich bei weit mehr als 70 km/h.

Blick auf den Kilimandscharo

Blick auf den Kilimandscharo

Ebenfalls wie die vorherige Unterkunft liegt auch diese Unterkunft malerisch in der Pampa. Der geneigte Besucher fragt sich wirklich, wie es möglich ist, hier Strom, Lebensmittel und Wasser hinzubringen.
Es ist durchaus üblich, dass Strom und Wasser zu bestimmten Zeiten am Tag und in der Nacht abgeschaltet werden, weshalb eine Taschenlampe sinnvoll erscheint.
Wenn man darauf am nächsten Tag aufsteht, hat der Besucher dieser Unterkunft einen malerischen Blick von Kenia aus auf den Kilimanjaro (5895 Meter hoch), ehe sich die Wolken vor den höchsten Berg von Afrika ziehen. Diese Lodge war ebenfalls ein absolutes Highlight.
Der Amboseli Nationalpark liegt direkt an der Grenze zu Tansania. In diesem Park gibt es sehr viele Elefanten. Mehrmals haben Elefantenherden unseren Weg überquert.
Eine Elefantenherde bestand aus über 130 Elefanten. Das ist der pure Wahnsinn, diese Tiere über die Straße aus nächster Nähe ziehen zu sehen.

Den Tsavo-East-Nationalpark haben wir am nächsten Tag besucht. Dieser ist mitunter der größte Nationalpark in Ostafrika.
Etwa zwei Drittel sind für Besucher dieses Parks nicht zugänglich.
Dem Besucher dieses Parks offenbart sich ein ganz anderes Bild. Hier ist die Landschaft sehr trocken. Das Gras ist kaum noch grün. Steppen, rötlicher Boden, ja selbst die Elefanten sind rot, wenn sie sich mit der roten Erde einsprühen! Gras und Buschsavannen bilden das Bild der halbwüstenartigen Steppe.
Allein die rote Erde, die trockene Landschaft, die roten Elefanten und allgemein die Andersartigkeit in Bezug zu den bisherigen Nationalparks machen diesen Ausflug äußerst sehenswert.
Ebenfalls diese Lodge am Abend war ein weiteres Highlight.
Ähnlich wie vor zwei Tagen, kamen am Abend hier die Elefanten zum Schlafen hinauf in den Garten. Kleine Elefanten legen sich hin, große Elefanten schlafen im Stehen an einen Baum angelehnt wenn möglich. Hier kamen die Nilpferde bis auf 30 Meter nah in der Nacht zu uns heran. In der Ferne hat man den Ruf der Hyäne vernommen.
Der Strom wurde wieder ausgeschaltet, es war definitiv eine der wärmsten Nächte auf dieser Reise.
Stehende Luft, seltsame Tiere über einen, seltsame Tiere am Krabbeln unter einen, seltsame Tiere an der Wand.
Nun, neben Mücken, Geckos, Spinnen und irgendwelchen anderen tierartigen Geräuschen in der Nacht, haben wir schwitzenderweise unseren Schlaf gefunden.

Mombasa

Mombasa

Zum Abschluss dieser Reise sind wir wieder zurück nach Mombasa am nächsten Tag gefahren.
Insgesamt haben wir 2500 Kilometer in nur 7 Tagen zurückgelegt.
Von den anderen Reiseteilnehmern haben wir an dieser Stelle bereits Abschied nehmen müssen.
In Mombasa haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht, uns den Hafen und die Fähre angeschaut, sowie geschichtliche Kenntnisse über das Fort Jesus erhalten.
Geschichtlich hat Mombasa einiges zu bieten.
Der Portugiese Vasco da Gama kam im Jahre 1498 zum ersten Mal nach Mombasa.
Auch die Türken waren bereits dort.
Fort Jesus musste vielen Kämpfen standhalten, wechselte es mehrmals den Besitzer.
Auch die Araber besaßen einige zeit lang die Festung.
Großbritannien gehörte eine Zeit lang ebenfalls diese Festung.
Die Briten nutzten diese Festung als Gefängnis.
Heute ist Fort Jesus Teil der kenianischen Nationalmuseen. 2011 wurde es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Mombasa war eine zentrale Handelsmetropole für Elfenbein und Sklavenhandel.
Viele Sklaven wurden aus Ostafrika nach Mombasa gebracht, um dann nach Sansibar verschifft und von dort aus unter anderem nach Amerika gebracht zu werden.

Sonnenuntergang in Afrika

Sonnenuntergang in Afrika

Nach einer Übernachtung am Strand in Mombasa ging es dann nach Sansibar weiter.
Dort haben wir insgesamt 6 Tage verbracht.

In Sansibar sind wir gegen Mittag in unserer neuen Unterkunft am Strand angekommen.
Von nun an hieß es, sich erholen, chillen, relaxen, entspannen und die Insel erkunden.
So waren wir die Tage oft am Strand, am Pool oder am Flanieren auf der „selbst ernannten“ Strand Businessmeile der Einheimischen.
Hier gab es einheimische Shops mit Namen wie Ikea, Aldi, Heide Park etc.
Im Grunde genommen gab es nicht viel auf eigene Faust zu erleben nahe unserer Hotelunterkunft.
Die umliegenden Dörfer sind sehr arm. Wir waren in einer Schule von moslemischen Kindern. Alle saßen auf den Boden in zwei Räumen verteilt.
Dieses Bild werde ich so schnell nicht vergessen. Mehr als 50 Kinder auf dem Boden, eine Lehrerin.
Stühle oder Tische gab es dort nicht.
Eine schwierige Möglichkeit zwischen den Dörfern zu fahren ist, in „Dalla Dallas“ einzusteigen. So nennen sich die örtlichen Taxis, die meist überfüllt sind und einige Mitreisende dieses Gefährts hängen bereits hinten auf dem Trittbrett im Stehen.

Stone Town Markt

Stone Town Markt

Wir haben uns Stone Town genauer angeschaut, eine sehr interessante Gewürztour gemacht und uns die Gefängnisinsel mit Riesenschildkröten näher betrachtet.

Fast alle Einwohner von Stone Town sind Muslime. Die Kultur in Sansibar ist durch arabische, indische und auch andere asiatische Einflüsse geprägt. Ebenfalls westliche Einflüsse wurden später mit dem Kolonialismus in die Kultur integriert.

Stone Town steht seit dem Jahre 2000 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO.
Viele der gemauerten Häuser in der Stadt wurden vor rund 150 Jahren aus Korallengestein erbaut. Heute werden bereits einige davon renoviert bzw. restauriert.
In Stone Town bewegt sich der Besucher durch schmale Gassen, durch verschiedene Märkte (Fischmarkt, Hühnermarkt, Fleischmarkt – stinkt gewaltig!!!, allgemein Markt) oder gar dicht befahrenen Straßen.
Ein gedrungenes Labyrinth aus schmalen Gassen besticht durch orientalische Bauten, oftmals morbiden Fassaden und aufwendig verzierten Türen.

In Stone Town haben wir das Haus der Wunder uns angeschaut.
Dieses Haus war das erste Haus in Ostafrika, welches fließendes Wasser aus dem Wasserhahn entnahm, elektrisches Licht besaß und als erstes Haus einen Aufzug besaß.
Daher stammt auch die Bezeichnung Haus der Wunder.

Ein weiteres interessantes Haus ist das Freddie Mercury Haus auf Sansibar.
Das Geburtshaus steht in Stone Town.

In Stone Town wurden damals die Sklaven zum Verkauf angeboten.
Der Besucher des ehemaligen Sklavenmarktes kann sich einen geringfügigen Eindruck davon verschaffen, wie die Sklaven damals in kleinen Kellergebäuden „zusammengepfercht“ gelebt haben.
Nicht weit entfernt von Stone Town gibt es ebenfalls eine Sklavenhöhle zu besichtigen.
Eine Gedenkstätte erinnert an diese Zeiten.

Stone Town in Sansibar

Stone Town in Sansibar

Sehr lehrreich ist die Gewürztour gewesen.
Laut Reiseführer sollte man unbedingt an einer Gewürztour teilnehmen.
Einheimisches Obst, Gewürze und Gemüse Sorten wurden dem Besucher verständlich erklärt und näher gebracht.
Selbstverständlich konnte man viele Sachen umgehend probieren.
In Sansibar wachsen über 22 verschiedene Bananensorten. Kochbananen, rote Bananen, große Bananen, kleine Bananen etc.
Ich liebe frische Früchte.
Es gibt so vieles auf diesen Farmen zu entdecken und zu probieren.
Nelken, Kardamon, Zimt, Vanille, Safran, Muskat, Ingwer, Kakao, Kaffeebohnen, einheimische Apfelsorten, die gar nicht wie übliche Äpfel aussehen, Kokosnuss, Lemongras, Limonen, Limetten, Bananen, Ananas, verschiedene Teesorten, Maniok, Jackfrucht, Chili, und was ich sehr interessant finde, aber nicht richtig zuordnen konnte, ist eine Frucht (war es wirklich eine Frucht?) gewesen, die zum Schminken benutzt wird!! Die rote Farbe dieser „Frucht“ hat man sich auf das Gesicht oder die Lippen getunkt. Ebenfalls wird diese Farbe auch für zeremonielle einheimische Anlässe verwendet.
Die Gewürztour ist definitiv zu empfehlen!

Am Nachmittag dieses Tages sind wir mit dem Boot eine gute halbe Stunde bei schaukelhaften Wellengang zur Prison Island gefahren.
Diese Insel wurde, wie der Name bereits verrät, als Gefängnisinsel genutzt.
Die Sklaven wurden an diesem Ort damals erst „gezüchtigt“ ehe sie auf dem Sklavenmarkt in Stone Town verkauft worden sind.
Später war die Gefängnisinsel für Straftäter des Festlandes gedacht. Als ganz Ostafrika damals jedoch eine Gelbfieber Epidemie drohte, nutzte man diese Insel auch als Quarantänestation.
Seit 1919 hat die Insel ihre berühmtesten Einwohner geschenkt bekommen, die sich mit der Zeit vermehrt haben. Besucher dieser Insel können sich über den hautnahen Kontakt mit den Aldabra-Riesenschildkröten freuen. Allein die Schildkröten sind einen Besuch dieser Insel wert!

Aldabra-Riesenschildkröten

Aldabra-Riesenschildkröten

Abschließend möchte ich den Lesern mitteilen, dass eine Afrika-Reise absolut lohnenswert ist!
Mich hat Afrika fasziniert! Es ist jedoch meines Erachtens wichtig, nicht zu vergessen, dass Afrika (Kenia/Tansania) ein armes Land ist.
Die Tierwelt ist absolut einzigartig, ich hätte nicht gedacht, dass mich eine Safari Tour so dermaßen begeistern kann!
Zoo war gestern 😉

Ich sage es in den Worten der Einheimischen:

Jambo – guten Tag, hallo.

Hakuna Matata  – kein Problem, es ist, wie es ist, alles ist gut.

Pole Pole – immer mit der Ruhe

Das scheint ein gutes Lebensmotto zu sein 😉
Ein Motto, welches wir uns in unseren europäischen Breitengraden durchaus annehmen können.

2500 Kilometer durch Afrika

2500 Kilometer durch Afrika

In diesem Sinne, bis zur nächsten Reise,
euer MysteriouslyBuddha

Quellenangabe:

Die ärmsten und die reichsten Länder der Welt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ranking-die-aermsten-und-die-reichsten-laender-a-256276.html

Länder Steckbrief Kenia und Sansibar
http://www.laender.steckbriefe.com/kenia-steckbrief.html

Eine der gefährlichsten Straßen der Welt.
http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/6307-platz-13-kenia-clip

Wikipedia

Info Flyer Fort Jesus aus Mombasa

Infos über Sansibar, Stone Town und Highlights.
http://niedblog.de/sansibar-stone-town-highlights/

Reiseführer
Merian live!
Kenia, Tansania und Sansibar

Copyright der Videos bei den jeweiligen Urhebern.
Text by MysteriouslyBuddha

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3 Kommentare zu “Dominiks Reisetagebuch (5): Safari Tour in Kenya und Urlaub in Sansibar/Tansania (Januar/Februar 2016)

  1. Sehr schöner Bericht. 🙂 Viele Stellen sind richtig interessant. Aufschlussreich und locker geschrieben. Manchmal musste ich etwas schmunzeln 🙂

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