Crossed Nr.12: Badlands Nr. 5 [Panini, September 2015]

Dominik_AVAWow, was für ein Band.
Hart, härter, am härtesten. Blut, pervers, Penis, Kannibalismus, Psychospielchen und als zentrales Thema der zweiten Geschichte unter anderem eine Vergewaltigung im Comic!!!
Puh, worauf der Leser sich in diesem 12. Band der Reihe Crossed einlässt, dürfte sicherlich bekannt sein.
Dieser Band enthält drei Geschichten. Die dritte Geschichte ist in Ordnung, die erste Geschichte ist cool und die zweite Geschichte rockt gewaltig! Allein die zweite Geschichte ist für Fans der Crossed Ausgaben ein absoluter Pflichtkauf! Meiner Meinung nach kommt bisher nur Crossed Band 6: Badlands 2 an dieses Niveau heran! Für mich zählt diese Ausgabe mit zu den besten, die ich im Crossed Universum gelesen habe.
Davon abgesehen gefallen mir die Badlands Bände wesentlich besser als die bisherigen Wish You Were Here Bände.
Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, dass es funktioniert. Gewalt und Ekel werden gekonnt eingesetzt und dienen nicht nur der alleinigen Unterhaltung, sondern kreieren spannende Geschichten im Crossed Universum.
Aber seid gewarnt, absolut nur für Erwachsene ist diese Ausgabe! Der Ekelfaktor, ja gar der sexistische Anteil ist enorm erhöht!

Crossed Nr.12: Badlands 5Crossed Nr.12: Badlands Nr. 5

Der Biker und der Beatnik (Simon Spurrier und Rafael Ortiz)
Seitenanzahl: 68 Seiten

Simon Spurrier ist im Crossed Universum bei Weitem kein unbeschriebenes Blatt mehr. So verwundert es auch nicht, dass auch in diesem Band Simon Spurrier eine Geschichte dazu beisteuert.
Die Zeichnungen stammen von Rafael Ortiz, ein im argentinischen Buenos Aires arbeitender Illustrator und Comic Zeichner.

In der ersten Geschichte treffen ein Biker und ein Hippie aufeinander. Nach dem Ende der Welt ziehen sich Gegensätze umso mehr an. Der Biker ist auf dem Weg nach San Diego und möchte Rache üben.
Der Hippie ist auf dem Weg nach San Diego um die beste Dröhnung zu bekommen, die man angeblich dort findet. Gemeinsam hinterlassen sie mit ihren Motorbikes eine deftige Staubwolke auf dem Weg zu ihrem Ziel. Unterwegs gabeln sie eine junge Dame auf, die behauptet, sie möchte gerne Leben und kennt einen sicheren Ort auf einer Insel.
Jeder geht seinen Weg, doch zuvor meistern alle drei eine gemeinsame Gefahr. Ein Pfarrer und seine Gemeinde spielen ein gefährliches Spiel mit den Gefirmten und der Biker und der Hippie, ja auch die junge Dame der beiden, spielen eine ganz besondere Rolle dabei.

Die Geschichte an sich verläuft recht linear ohne jeweilige Zeitsprünge. Für den Leser sehr einfach zu verfolgen.
Viele recht große Panels, wesentlich weniger Text, als man es zum Beispiel aus den Wish You Were Here Bänden kennt und eine interessante Geschichte bilden den Auftakt.
Die etwas räudigen Zeichnungen wirken harmonisch. Die Tag und Nachtszenen sind ebenfalls gut in Szene gesetzt. Der Leser kann auf Anhieb das Dargestellte gut erkennen.
Die Brutalität in dieser Geschichte ist annähernd ähnlich wie in den vielen anderen Geschichten des Crossed Universum auch. Infizierte Zombies, Blut und Gemetzel. Nackte Haut und obszöne sexistische Darstellungen gibt es in dieser Geschichte weniger.
Mir hat die Geschichte gerade deswegen gut gefallen, da sie verhältnismäßig wenig Text hat und sie sich sehr leicht von der Hand lesen lässt. Mit dem Biker und dem Hippie hat der Leser zwei recht „sympathische“ Charaktere mit am Start. Die junge Dame, welche die beiden später begleitet, spricht nicht ganz so gut Deutsch, sie spricht eher spanisch. Das merkt der Leser in Form folgender Sätze: „Dios te Salve Maria …“
Aber auch so abgehackte Sätze wie: „Er sagt, Welt ist nun Hölle, und er will nicht, dass sein Hijo wird, geburtet.“ Ich konnte mich persönlich nicht so ganz mit dieser jungen Frau anfreunden.
Die erste Geschichte ist ein mehr als gelungener Auftakt.

Der Biker und der Beatnik

Der Biker und der Beatnik

Die zweite Geschichte ist der absolute Hammer.
Sie gefällt mir ähnlich gut wie die Geschichte The golden Road (aus Crossed Nr. 6: Badlands 2).
Für mich ist diese Geschichte das absolute Highlight dieser Ausgabe.
Aber Vorsicht, explizite Gewaltdarstellungen, erhöhte sexistische Anteile, enormer Ekelfaktor und thematisch Bezug zu einer Vergewaltigung.
Ganz nebenbei bricht in Japan dann auch noch die Apokalypse aus.
Diese Geschichte enthält interessante und vor allem sehr spannende, so nicht vorausgesehene Wendungen.
Ich habe diese Geschichte regelrecht verschlungen!
Echt ekelig zu sehen, wie ein Penis in der Pfanne gebraten wird …
Diese Zeichnungen, quasi direkt zu Beginn auf der ersten Seite der Geschichte, schocken!

Gore Angels (David Hine, Germa Erramouspe und Fernando Heinz Furukawa)
Seitenanzahl: ca. 88 Seiten.

David Hine ist ein englischer Comic Zeichner und hat bereits mit den ganz großen Comic Zeichnern wie Mark Millar und Grant Morrison zusammengearbeitet. Beide Zeichner (Germa E. und Fernando H. F.)
arbeiten in Argentinien. Fernando zeichnet sich für die mangastilartigen Zeichnungen in dieser Geschichte verantwortlich, während Germa E. die restlichen Seiten gezeichnet hat.

Japan im Zentrum der Natur und buddhistischer Klöster. Die Menschen leben noch gesund und munter, die Apokalypse, so wie der Leser sie aus dem Crossed Universum kennt, steht kurz bevor. 3 amerikanische Freunde verbringen ihren Urlaub in Japan. Nach einer buddhistischen Meditationseinheit trennen sich die Freunde. Das Pärchen geht für intime Zweisamkeit zum Friedhof. Ihr Freund besucht eine weitere nun wieder in Japan lebende amerikanische Freundin bei ihre Familie zu Hause. Während das Pärchen den Beginn der nahenden Apokalypse und der Gefirmten hautnah miterleben darf, so erlebt ihr Kollege den Horror auf ganz andere Art und Weise. Erst beim finalen Zusammentreffen aller Charaktere endet das Szenario auf fatale Weise.

Gore Angels

Gore Angels

Die dritte und letzte Geschichte dreht sich um den verrückt gewordenen Schotten Jackson, der sich seinen eigenen Weg durch das Chaos bahnt. Die treuen Crossed Leser werden Jackson aus den Wish You Were Here Teilen bereits kennen. In dieser Geschichte erzählt er quasi seine Geschichte. Die Geschichte wird dem Leser zwischen drei zeitlich versetzten Ebenen präsentiert. Dies ist aber nur minimal fordernd, lesen und verstehen lässt sich die Story ohne Probleme.

Das grosse Yin (Simon Spurrier und Gabriel Andrade)
Seitenanzahl: ca. 40 Seiten

Die Gewaltdarstellungen sind ebenfalls ähnlich wie in den anderen Crossed Geschichten auch.
Sofort wird der Leser an die Wish You Were Here Ausgaben erinnert, wenn er diese Geschichte beginnt. Das Flair, die Atmosphäre kommt einem irgendwie bekannt vor.
Wie kommt es, dass Jackson verrückt geworden ist? Was hat er in seinem früheren Leben eigentlich so gemacht? Wer ist diese attraktive Frau, die ihm eher unfreiwillig begegnet?
Ein Auftrag jagt den nächsten. Erfahrt, was ihm in seinem Leben alles so widerfahren ist und mehr darüber hinaus.

Die Geschichte ist nicht schlecht und auch nicht herausragend gut. Sie passt in das Ambiente von Wish You Were Here als informatives Beiwerk zum Leben des Schotten Jackson.
Quasi interessante Hintergrundinformationen zur Person in eine nicht ganz so spannende Geschichte verpackt.

Das grosse Yin

Das grosse Yin

Wie gesagt, die zweite Geschichte Gore Angels ist TOP!
Wow!
Allein diese Geschichte rechtfertigt den Kauf dieses Bandes!

Aber seid wirklich gewarnt, nur für Erwachsene Leser ab 18. Jahren!

In diesem Sinne, wer die restlichen Crossed Alben sein Eigen nennt, der wird auch nicht damit aufhören, weitere Bände zu erwerben.
Wer jedoch nur sporadisch Badlands Ausgaben besitzt, der sollte jedenfalls definitiv sich diese 12. Ausgabe besorgen!
Weiterhin empfehle ich nochmals in diesem Sinne die Geschichte The golden Road aus Crossed Nr. 6: Badlands 2.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2015 Avatar Press / Panini.

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Softcover Ausgabe

Die Hardcover bzw. limitierte Hardcover Ausgabe gibt es in gut sortierten Comicfachgeschäften.

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