Asterix Nr. 36: Der Papyrus des Cäsar [Egmont, Oktober 2015] – PLUS Gewinnspiel!

Wer die Berichterstattung über den neuen Asterix-Band der letzten Tage aufmerksam verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass viele Artikel damit begannen, dass die Fans zwei Jahre auf den neuen Band warten mussten. Bei mir werdet ihr diese Info deshalb nicht finden. Stattdessen will ich mich voll und ganz dem Band widmen, und zwar mit all seinen Licht- und Schattenseiten. Und Schatten gibt es durchaus ein paar wenige zu entdecken. Der Grund warum ich mit diesem Review erst heute online gegangen bin ist aber diesmal nicht meine private Situation, sondern schlichtweg die Post, welche sich mit der Auslieferung einiges an zeit gelassen hat. Schade, denn ich hätte das Review gerne zum Verkaufsstart online gebracht. Dafür gibt es aber, dank Egmont, am Schluss drei nagelneue Bände zu gewinnen …

Asterix_36_Softcover_low_resAsterix Nr. 36: Der Papyrus des Cäsar

Cäsar geht unter die Schriftsteller und will sich mit seinem Werk „Kommentare zum Gallischen Krieg“ ein Denkmal setzen. Doch leider ist da dieses kleine dunkle Kapitel, mit einem Dorf, welches bis heute erbittert Widerstand leistet. Und weil sich dies in Cäsars Werk nicht wirklich gut machen würde, rät ihm sein Berater Syndicus, jenes Kapitel zu streichen. Syndicus stumme Schreiberlinge, die Numiden, sind von dieser Idee jedoch alles andere als begeistert, fügen sich aber die Anordnung. Bis auf einen, der sich mit besagtem Kapitel aus dem Staub macht und dieses an den gallischen Kolporteur Polemix übergibt. Der macht sich sofort auf den Weg in jenes unbeugsame gallische Dorf, in dem unter anderem die beiden gallischen Helden Asterix und Obelix leben, um es für die Nachwelt zu erhalten. Doch Syndicus kann dies nicht zulassen und versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass Cäsar durch dieses dunkle Kapitel ein Schaden zugefügt wird …

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Autor Jean-Yves Ferri nimmt sich mit der Wikileaks-Affäre einem recht aktuellen Thema an. Die Wahrheit und wie damit in unserer Zeit damit umgegangen wird, ist dabei das Kernthema des neuen Asterix-Abenteuers. Ferri versteht es jedoch blendend, nicht einfach nur mit dem erhobenen Zeigefinger deutlich zu machen, was seine Meinung dazu ist, sondern verstrickt dies gekonnt in ein humorvolles Abenteuer, welches an die Glanzzeiten von René Goscinny und Albert Uderzo erinnert. Er vermischt historische Fakten, ein paar zumindest, mit witzigen Situationen und pointenreichen Dialogen und erzeugt dadurch die aus früheren Werken bekannte Stimmung, welche ich (wer meine Asterix Review Specials aufmerksam verfolgt weiß das) in den letzten Uderzo-Bänden so sehr vermisse. Trotz ernster Thematik schwingt eine gewisse Leichtigkeit mit sich, welche das Thema dennoch nicht verwässert, oder ins Lächerliche zieht. Am besten gefällt mir persönlich jedoch der Epilog, über den ich hier aber kein Wort verlieren werde. Damit hat Ferri in meinen Augen einen ganz besonderen Bogen zu Goscinny und Uderzo geschlagen und irgendwie hat es sogar den Anschein, dass dies der eigentliche Grund für die Wahl der Thematik war. Denn immer wieder gibt es Momente, Szenen oder Textpassagen, die genau hierauf zuarbeiten.

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Mit dem zweiten Band aus der Feder von Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad macht sich auch ein leichter Stilwechsel bemerkbar, der in „Asterix bei den Pikten“, zumindest in meinen Augen, noch nicht so spürbar war. Während Ferri seine Arbeit grandios macht, gibt es Bilder von Didier Conrad, welche mir nicht ganz so gut gefallen. Besonders bei der Darstellung von Asterix und Miraculix gab und gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die mir einfach nicht so recht gefallen wollen. Sei es das Aussehen generell, oder die Haltung der Figuren, welche ungewollt komisch oder gar „verschoben“ wirkt. Immer wieder fällt mir auf, dass manche Figuren in gewissen Situationen, keinen Hals zu besitzen scheinen. Hier wirkt es, als hätte Conrad die Köpfe einfach so auf die Schultern „gepflanzt“, was aber nicht einmal unfreiwillig komisch wirkt, sondern einfach nur falsch. Auch die Mimik wirft so manches Mal Fragen zur Anatomie auf, die ich mir nicht einmal mit künstlerischer Freiheit erklären kann. Sieht man aber von diesen kleinen Kritikpunkten ab, so gibt es erneut tolle Landschaften, detailreiche Szenarien und mit Slapsticks ausgeschmückte Panels zu sehen. Immer wieder gab es Panels, ja sogar ganze Seiten, bei denen ich inne halten musste, und sie einfach nur bewundert habe. Ich muss aber dennoch gestehen, dass Didier Conrads Stil in diesem Band deutlicher zum Tragen kommt, als es noch im letzten der Fall war. Aber ich denke, dass es auch nur eine Frage der Zeit ist, bis man sich an diese kleinen Dinge, welche er ein wenig anders macht als Uderzo, gewöhnt hat.

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Die Meinungen zum neuesten Asterix sind erneut sehr positiv ausgefallen und auch meine Erwartungen wurden fast vollends erfüllt. Ich wollte ein weiteres frisches Abenteuer, mit dem Witz und Charme der alten Bände haben, aber dennoch eine aktuelle Thematik, die nicht plump präsentiert wird. Ferri und Conrad haben es geschafft dem gallischen Duo neues Leben einzuhauchen und sich seit dem letzten Band sogar noch ein wenig gesteigert. Wirkte „Asterix bei den Pikten“ noch ein wenig unsicher und zaghaft, so steht „Der Papyrus des Cäsar“ voll im Comicleben. Und mit immerhin 1,5 Millionen Exemplaren Startauflage, scheint sich auch die Nachfrage in Deutschland wieder zu erhöhen. Diese war immerhin, leider auch wegen der letzten Uderzo-Bände stark eingebrochen. Aber Jean-Yves Ferri und Didier Conrad haben das Vertrauen der Fans zurückerobert und sind dabei neue Fans zu rekrutieren. Sollte der nächste Band (vielleicht ebenfalls in weiteren zwei Jahren) noch einmal eine Steigerung aufweisen, sehe ich für den kleinen Gallier eine sehr rosige Zukunft voraus.

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Zum Schluss gibt es, wie versprochen noch das Gewinnspiel. Ich verlose in Zusammenarbeit mit Egmont Ehapa Media drei der Softcoverausgaben von „De Papyrus des Cäsar“. Alles, was ihr dazu tun müsst, ist mir folgende Frage korrekt zu beantworten, welches man als aufmerksamer Leser des Artikels ganz einfach kann.

„Wie heißt der Kolporteur, der die geheimnisvolle Schriftrolle mit dem dunklen Kapitel an sich nimmt, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?“

Die richtige Antwort tragt ihr bitte zusammen mit euren vollständigen Angaben (keine Nicknames) auf der Gewinnspielseite ein. Das Gewinnspiel läuft von heute, bis einschließlich 15. November 2015 um 23:59 Uhr. Gewinnspielteilnahmen, die nach diesem Datum eingehen, können leider nicht mehr berücksichtigt werden.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2015 Les Éditions Albert René / Egmont Ehapa Media / Egmont Comic Collection

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