Ma-Co-Re-Mix (Vol. 37) (Die Straße nach Oz & Die Smaragdstadt von Oz)

Der heutige Ma-Co-Re-Mix befasst sich mit dem großartigen Finale der mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie von Eric Shanower und Skottie Young um die wundervollen Adaptionen der Oz-Bände von L. Frank Baum. Leider haben sich Shanower und Young entschlossen nach diesen sechs Bänden die Reihe (vielleicht auch nur vorerst) einzustellen und sich anderen Projekten zu widmen. Aber wer weiß, vielleicht entführen uns die beiden irgendwann wieder einmal in die wundersame und faszinierende Welt von Oz …

MaCoReMix

Die Strasse nach Oz [August 2014]

Autor: Eric Shanower
Zeichner: Skottie Young
Format: Hardcover
Umfang: 164 Seiten
Inhalt: Road to Oz (2012) 1-6
Verlag: Panini Comics
Preis: 24,99 Euro

Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag in Kansas. Dorothy ist gerade auf der Farm von Onkel Henry und Tante Em, als ein merkwürdiger Mann vorbeikommt und nach dem Weg nach Butterfield fragt. Doch eigentlich will er dort gar nicht hin und kurz darauf befinden sich Dorothy und ihr neuer Freund, der auf den Namen Zottelmann hört, auf dem Weg ins zauberhafte Land Oz. Aber um von dort wieder zurück nach Kansas zu kommen muss Dorothy erst einmal zu ihrer Freundin Ozma in die Smaragdstadt kommen. Auf dem Weh dorthin trifft sie auch noch den kleinen Blitzgescheit, die Tochter des Regenbogens Polychrom und viele mehr. Gemeinsam müssen sie sich Gefahren stellen, wie den Flippstern und findet auch neue Freunde wie die Fuchswesen von Fuchshausen und die Esel aus Eseldoarf.

Erneut entführen das Traumteam Eric Shanower und Skottie Young den Leser in eine wundersame, faszinierende und dennoch merkwürdig vertraute Welt, in der es auch im fünften Band immer noch etwas Neues zu entdecken gibt. Ich für meinen Teil muss gestehe, dass ich die Romanvorlage diesmal nicht kenne und dieses Abenteuer von Dorothy absolutes Neuland war. Auch die in diesem Band eingeführten Figuren aus anderen L. Frank Baum-Romanen sind mir vollkommen fremd. Hier zeigt sich, dass Baum bereits damals eine Art Cross-Promotion eingeführt hat, um Oz-begeisterte Leser auch für seine anderen Werke zu interessieren. Doch dies nur am Rande, denn während alle bisherigen Adaptionen eine große und ganze zusammenhängende Geschichte erzählen, wirkt „Die Strasse nach Oz“ eher, wie ein „Episodenfilm“. Denn hier erkennt man jedes Kapitel, da Dorothy und der Zottelmann auf ihrem Weg, der Strasse nach Oz immer neuen Figuren begegnen und Abenteuer erleben. Dennoch ergibt sich eine rundum gelungene Geschichte, die sogar mit ein paar Überraschungen aufwarten kann.
Um Oz gelungen in Szene zu setzen, legt sich Skottie Young wieder einmal gehörig ins Zeug. Sein Zeichenstil passt genauso perfekt zu Oz wie Jean-Francois Beaulieus Farbgebung. Doch nicht nur die Farben und Zeichnungen an sich wissen mich zu begeistern, auch die Panelanordnung und die Perspektiven. Young findet immer wieder die ideale Balance zwischen Übersicht und Fokus auf bestimmte Dinge, Figuren und Ereignisse. De Figuren wirken trotz manchmal kruder Anatomie und merkwürdigen Design überaus lebendig. Egal ob die Fee Polychrom die sanft über dem Erdboden zu schweben scheint, oder die beängstigenden Flippster die mit ihren zwei Gesichtern und den langen armen und Beinen etwas Gespenstisches an sich haben. Skottie Young drückt der wundersamen Welt Oz seinen ganz eigenen, persönlichen Stempel auf, und mir gefällt dies nach wie vor sehr gut.

Wer in die OZ-Bände bis jetzt noch nicht reingeschnuppert hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Nicht nur die Kritiker sind begeistert, auch die Fans und davon gibt es inzwischen reichlich. Und anders als vieles andere in unserer aktuellen Zeit ist es kein leerer Hype um Nichts. Sicher muss man sich auf die merkwürdigen Dinge und Lebewesen in Oz einlassen, genauso wie auf Skottie Youngs Artwork, aber genau dann entsteht eine unglaubliche Liebe zu der Reihe, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Die Smaragdstadt von Oz [Januar 2015]

Autor: Eric Shanower
Zeichner: Skottie Young
Format: Hardcover
Umfang: 140 Seiten
Inhalt: The Emerald City of Oz (2013) 1-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 24,99 Euro

Dorothys Familie, Onkel Henry und Tante Em, steht auf der Farm in Kansas das Wasser bis zum Hals. Onkel Henry kann die Pacht für die Farm nicht mehr zahlen. Doch Dorothy hat eine Idee. Sie könnte mit Onkel Henry und Tante Em nach Oz reisen um dort in Ruhe und Frieden zu leben. Allerdings gibt es auch in Oz gerade Probleme. Denn der Wergenkönig, Roquat der Rote ist noch immer sauer auf Ozma, die ihm seinen Zaubergürtel gestohlen hat. Also entschließt er sich, mit seinem Volk in der Smaragdstadt einzufallen und Oz zu erobern und zu versklaven. Alleine schafft er dies mit seinen Wergen jedoch nicht, weshalb er sich Hilfe sucht und diese auch bei den Mackentunen, den Wüstlingen und den Fanfasmos findet…

Das letzte große Abenteuer in Oz, welches Eric Shanower und Skottie Young adaptiert haben ist nun zu Ende und es hat mir, wie alle Bände davor sehr viel Spaß gemacht. Wie auch schon bei „Die Strasse nach Oz“ kenne ich die Romanvorlage leider nicht, weshalb mir ein direkter Vergleich unmöglich ist. Dennoch habe ich mich erneut sehr wohl gefühlt mit Eric Shanowers Umsetzung und das bereits bekannte Gefühl der Vertrautheit war von der ersten Seite an vorhanden.
Natürlich ist dies auch wieder den grandiosen Zeichnungen von Skottie Young geschuldet, die mich zum wiederholten Male, und auch gerne noch weitere Male, in die magische Zauberwelt von Oz entführt haben. Ich denke, oder besser gesagt, ich weiß, dass diese Reihe ohne Skottie Young sicher nicht der Erfolg gewesen wäre, der er ist. Auch wenn Eric Shanower ein Kenner und Fachmann von Oz ist und die Romane wirklich liebevoll adaptiert hat, so ist es zu einem großen Teil dem wundervollen Artwork von Skottie Young geschuldet, dass diese Oz-Comicreihe nicht den gleichen Weg eingeschlagen hat, wie die vielen Versuche zuvor.

Vorerst endet nun die Reise nach Oz erst einmal und sie führt den Leser noch einmal an so wundersame Orte wie in das Papierdorf der Schnipp-Schnapps, zu den Puzzlern nach Puzzlebrunn, in das Küchenreich, welches von König Hackebeil regiert wird, nach Schrippenhausen, wo sämtliche Bewohner aus Backwaren bestehen oder nach Hüppenhausen, dass von Kaninchen und Hasen bewohnt wird. Egal was L: Frank Baum sich ausgedacht und Eric Shanower dementsprechend adaptiert hat, wurde von Skottie Young genial ins Szene gesetzt. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nehme ich somit Abschied von Oz, Dorothy, Toto, Ozma, der Vogelscheuche, dem Blechmann, Tik-Tak, dem Holzpferd, Billina, der Henne, dem feigen Löwen und den vielen anderen Figuren, die ich in den letzten 3 Jahren lieb gewonnen habe. Doch ich weiß, dass ich jedes Mal, wenn ich eines der Bücher in die Hand nehme, ich wieder zurück nach Oz reisen darf. Danke an Eric Shanower, Skottie Young, Alexander Bubenheimer und Panini für die deutschen Versionen, die dank umfangreichen und teils exklusiven Bonusmaterials besser sind als die Originalausgaben und vor allem Lyman Frank Baum, für seine unerschöpfliche Kreativität.

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