Ma-Co-Re-Mix (Vol. 19) (Ozma von Oz, Marvel Exklusiv Nr. 101: Carnage U.S.A.)

Im heutigen Ma-Co-Re-Mix gibt es Gegensätze en Masse. Zum einen wird es märchenhaft und fantastisch mit dem zweiten OZ-Band „Ozma von Oz“ und zum anderen brutal und heldenhaft mit Carnage U.S.A. …

MaCoReMix

Ozma von Oz [Panini, März 2013]

Nach ihrem ersten Abenteuer in Oz sehnt sich Dorothy zwar danach dieses märchenhafte Land und ihre Freunde wiederzusehen, doch dass es so schnell geht, hatte sie nicht erwartet. Während sie mit ihrem Onkel Henry auf dem Weg nach Australien ist, geschieht ein Unglück. Dorothy wird von dem Schiff, auf dem sie sich die Beiden als Gäste befinden, durch eine Flutwelle heruntergespült und kann nur in einem kleinen Holzkäfig, zusammen mit der Henne Bill, überleben. Am nächsten Tag landet sie am Strand von Ev, einem der Nachbarländer von Oz. Dort begegnet sie nicht nur den gefährlich wirkenden Rollern, sondern auch neuen Freunden, wie Tik Tak, dem Kupfermann. Aber sie findet auch ihre alten Freunde, die Vogelscheuche, den feigen Löwen und den Blechmann. Aber sie lernt auch Ozma kennen, die nachdem Dorothy Oz verlassen hat, die Herrschaft in Oz, als einzige rechtmäßige Erbin, übernommen hat. Doch sie hat auch eine Aufgabe. Der König von Ev hat seine gesamte Familie, die Königin und deren 10 Kinder, an den Wergenkönig als Sklaven verkauft. Nun muss Dorothy versuchen die königliche Familie zu befreien, damit die bösartige Prinzessin Langwidere nicht länger über Ev regiert …

Erneut schickt Lyman Frank Baum seine Heldin in das zauberhafte Land, doch diesmal nicht direkt, sondern mit einem Umweg über das ebenso faszinierende Land Ev. Ozma von Oz stellt zwra den zweiten Band in der Panini-Veröffentlichung dar, doch in der Kontinuität von Oz ist es das dritte Abenteuer. Wie so oft gab es jedoch Marketinggründe, um diese Reihenfolge nicht einzuhalten. Im zweiten Band „Das zauberhafte Land Oz“ kommen nämlich weder Dorothy, noch ihre Freunde vor, wodurch man einen Absatzeinbruch vermutete und stattdessen lieber mit Band 3 „Ozma“ weitermachte. Inhaltlich gesehen war es wohl auch die richtige Entscheidung, da sich viele Käufer des ersten Bandes den Zweiten wohl nicht gekauft hätten, wenn dort nicht mindestens die Hauptfigur die gleich egewesen wäre. Doch so bekommt man eine faszinierende Geschichte, mit bekannten Figuren und vielen neuen Charakteren. So fällt es einem sehr leicht, auch zu den neuen Figuren eine „Beziehung“ aufzubauen. Doch auch wenn dem nicht so wäre, leistet Eric Shanower erneut großartige Arbeit, indem er den Roman hier adaptiert. Man merkt deutlich, dass Shanower ein ausgewiesener Oz-Experte ist.
Ebenso faszinierend wie die Story an sich sind auch wieder die Bilder, welche den Worten und Figuren Leben einhauchen. Skottie Young ist ein Meister des Fantastischen und es fällt sehr schwer etwas an seinen Zeichnungen auszusetzen, es sei denn, man kann ihn und seinen Stil überhaupt nicht leiden. Ich muss aber genauso anerkennen, dass Youngs Bilder nur durch die grandiose Farbgebung von Jean-Francois Beaulieu funktionieren. Denn als reine Tuschezeichnungen fehlen den Bildern der gewisse Reiz und ein Teil des sprühenden Lebens. Dies kann man sehr gut im Anhang des Bandes mit Skizzen von Skottie Young sehen.

FAZIT:

Auch nach so vielen Jahren, die Baums Oz-Abenteuer bereits auf dem „Buckel“ haben, wirken sie noch immer frisch. Shanower und Young transportieren die Geschnisse in die heutige Zeit, ohne etwas von dessen Flair zu verlieren. Man kann diese hingebungsvolle Arbeit überhaupt nicht genug wertschätzen und auch Marvel und besonders Panini die Anerkennung zollen, dieses ambitionierte und ehrgeizige Projekt zu veröffentlichen. In mir haben sie einen festen Käufer aller zukünftigen Adaptionen und ich wünsche mir, dass sich noch weitere hinzugesellen.

Marvel Exklusiv Nr. 101: Carnage U.S.A. [Panini, November 2012]

Carnage ist zurück und diesmal hat er sich eine ganze Stadt zu terrorisieren ausgesucht. In Doverton, Colorado, hat sich der geisteskranke Killer Cletus Cassady niedergelassen, um nach eigenen Angaben eine Familie zu gründen. Jeder, der ihm nicht gehorcht, wird gnadenlos ermordet. Dabei macht Cassady auch vor Familien und Kindern nicht halt, was sofort die Rächer auf den Plan ruft. Gemeinsam machen sich Captain America, Wolverine, Hawkeye, das Ding und nicht zuletzt Spider-Man auf den Weg. Aber schon kurz nach der Ankunft werden alle Rächer bis auf Spider-Man Opfer von Carnage. Nun ist Spider-Man auf sich alleine gestellt und nur ein paar Abtrünnige aus Doverton, die vor Carnage flüchten konnten, sind seine Unterstützung. Eine gnadenlose Schlacht um das kleine Städtchen beginnt …

Erneut schicken Zeb Wells und Clayton Crain den geisteskranken Serienkiller auf ein mörderisches Abenteuer. Bereits in „Marvel Exklusiv Nr. 96: Carnage – Familienfehde“ durfte Spider-Man sich mit ein paar Rächerkollegen auf die Jagd nach dem zweiten Symbiontenableger machen. Dabei entstanden auch weitere Ableger, welche nun mehr oder weniger freiwillig im Dienst der Regierung stehen und auch in diesem Band erneut ein paar Panels für sich verbuchen können. Handlungstechnisch wird einfache aber unterhaltsame Kost geboten. Viel Action, wenig Inhalt und noch weniger Logik bestimmen den Band.
Auch Crains computergenerierte Bilder sind nicht mehr so aufsehenerregend, wie sie es noch vor ein paar Jahren waren. Zwar gibt es auch jetzt noch Panels, die wirklich atemberaubend aussehen, dafür aber leider auch umso mehr, die einfach nur hingepfuscht wirken. Ebenso erstaunlich ist, dass eine Story mit Carnage erstaunlich blutarm und gewaltfrei daherkommt. Nicht missverstehen. Übertriebene Gewalt ist sicher kein Muss und wird von mir auch nicht als vorrangig angesehen, aber wenn man schon mit Carnage zu tun hat, rechnet man, gemessen an den bisherigen Erfahrungen, auch mit einer gewissen Gewaltdarstellung. Stattdessen wirkt der Band eher pseudogewalttätig, als wolle man etwas durch die Bilder nur suggerieren, dass aber im Ergebnis nicht funktioniert hat.

FAZIT:

Carnage U.S.A. Ist mäßig spannend und nur durchschnittlich unterhaltsam. Auch die Bilder sind nur Massenware und wissen nicht wirklich zu überzeugen. Das bedeutet aber nicht, dass der Band grundsätzlich schlecht ist. Als reine Unterhaltungsware ist er durchaus akzeptabel, wobei es auch bessere Möglichkeiten gibt, seine Zeit und sein Geld zu ver(sch)wenden.

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